Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Jugendaustausch mit der Stadt Shanghai

Die Teilnehmer.

Der Landessportbund NRW und die Shanghai International Sports Federation haben einen Kooperationsvertrag zum Austausch von jugendlichen Sportlern in den olympischen Disziplinen geschlossen! In diesem Jahr durfte eine zwölfköpfige Delegation von der Fachschaft Sportschießen NRW in die chinesische Weltmetropole reisen.

Die Reise bedurfte einer langfristigen und umfangreichen Vorbereitung. Zuerst mussten bereits im Frühjahr die zehn Sportlerinnen und Sportler an Hand einer Ranking-Tabelle sowohl im Westfälischen als auch im Rheinischen Schützenbund ermittelt werden. Nach der Benennung der Sportlerinnen und Sportler musste teilweise bei den Kreispolizeibehörden  für die Sportgeräte internationale Waffendokumente beantragt und ausgestellt werden. Diese Dokumente der Sportgeräte und die exakte Anzahl an Munitionspatronen mussten den chinesischen Behörden im Vorfeld detailliert gemeldet werden. Danach erhielten wir erst die offizielle Einladung zum Jugendaustausch mit den Angaben zum Aufenthaltsort in Shanghai. Mit dieser Einladung musste nun für jede Sportlerin, Sportler und Betreuer ein Visum zum Besuch der Volksrepublik China beantragt werden. Mit dem ausgestellten Visum konnten endlich die Flüge für alle zwölf Teilnehmer nach Shanghai gebucht werden.

Der Abflug steht bevor.

Am Düsseldorfer Flughafen mussten die Sportgeräte zunächst von der Bundespolizei kontrolliert werden, bevor sie als Sperrgepäck aufgegeben werden konnten! Auch diese Kontrolle wurde ohne größere Schwierigkeiten passiert,  da wir  uns bereits am Vortag des Abfluges bei den zuständigen Abteilungen der Bundespolizei angemeldet hatten!

Wir, das waren Julia Budde, Charlyn Faashen, Rike Furmanek, Lara Heiden, Denise Palberg, Marjolaine Pot d`Or, Mareike Veelmann, Marlin Wigger, Jan Brodda und Kai Dembeck sowie die beiden Betreuer Wolfram Ecker und Achim Veelmann, starteten am 22. Oktober mit einem Zubringerflug von Düsseldorf nach Frankfurt.

Willkommen -Shooting Team NRW.

Von dort ging es in einem Airbus A380 nach Shanghai Pudong, wo wir am 23. Oktober landeten.

Am Flughafen in Shanghai wurden wir bereits von Herrn Chen vom Shanghai International Sports Exchange Center in Empfang genommen. Die chinesischen Behörden waren auf unseren Besuch bestens vorbereitet. Dadurch erwiesen sich die Einreisekontrolle und die Einfuhr der Sportgeräte als völlig unkompliziert.

Wir wohnten im Bezirk Min Hang im Shanghai Shooting & Archery Sports Center. Es ist ein Sportinternat, in dem ca. 250 Schüler wohnen.

Shanghai Shooting & Archery Sports Center.

Die Mahlzeiten nahmen wir gemeinsam mit unseren Gastgebern im Speisehaus des Shooting Center auf landestypische Art ein. Es fehlte uns an nichts. An jedem Tag wurden verschiedene Fleisch-, Geflügel - und Fischgerichte angeboten. Dazu gab es Nudeln, Reis und ein reichhaltiges Angebot an gedünstetem Gemüse. Speziell für uns wurde an einigen Tagen auch Pommes Frites und panierte Schnitzel gereicht.

Das Shooting Center  beinhaltet Sportstätten für die Olympischen Disziplinen Bogen, Flinte, Gewehr und Pistole. Bis im Jahr 2002 wurden in diesem Shooting Center Weltcup-Turniere des Weltverbands ISSF durchgeführt. Für unsere Sportler ist es eine besondere Herausforderung gewesen an dieser sehr windanfälligen Schießstätte zu trainieren und auch zwei  Vergleichswettkämpfe zu schießen.

Der 50m-Gewehrstand.

Am Ankunftstag wurden die Zimmer bezogen und das Programm mit den gastgebenden Trainern abgestimmt.  Durch die Zeitverschiebung und dem zehnstündigen Flug sehnten sich alle nur noch nach einem Bett.

Der zweite Tag begann wie auch alle folgenden Tage mit dem Frühstück um 7 Uhr. Für uns wurde keine Ausnahme gemacht! Der Unterricht für die chinesischen Sportler begann um 8 Uhr und von 7 bis 7.30Uhr gab es Frühstück. Mit unserem Training haben wir um 8.30 Uhr begonnen.

Shanghai am Abend.

In unserer ersten Trainingseinheit (8.30Uhr bis 11.30Uhr) machten wir uns zunächst mit den unbekannten Standverhältnissen im Liegendanschlag vertraut. Das Shooting Center verfügte auf dem 50 m-Gewehrstand über keine elektronische Trefferanzeige. Die Treffer auf den Schießscheiben mussten die Sportler mittels eines Beobachtungsglases erfassen. Das Einstellen der Stative und der Beobachtungsgläser stellte zu Anfang schon sehr hohe Ansprüche an unsere Sportler. Nachdem sie dieses Ritual aber mehrmals durchgeführt hatten, wurden die Probleme von Mal zu Mal geringer. Das nächste Problem im Training zeigte sich mit dem heftigen Wind. Unsere Sportler kannten bis dato nur Schießstände mit keinem oder wenig Wind. Sie mussten das Beobachten der Windfahnen lernen und die Windpausen zur Schussabgabe nutzen.

Pünktlich um 12 Uhr wurde gegessen und um 14 Uhr folgte die nächste Trainingseinheit im Stehendanschlag! Das Training endete um 16.30 Uhr! Unsere jungen Sportler nutzten die Zeit bis zum Abendessen, in dem sie den sehr gut bestückten Fitnessraum besuchten oder auf der Tartanbahn ihre Runden liefen! Nach dem Abendessen fand ein sehr informativer Gedankenaustausch mit den chinesischen und deutschen Trainern über die Trainingsmethoden und Prinzipien in den beiden Staaten statt.

Besuch des Center Theaters.

Am dritten Tag führten wir morgens noch eine Trainingseinheit im Kniendanschlag durch, ehe wir nachmittags den ersten Vergleichswettkampf gegen die chinesischen Sportler durchführten. Unsere jüngeren und noch nicht so erfahrenen Sportler hatten große Schwierigkeiten bei den heftigen Windböen mitzuhalten. In der Einzelwertung belegten unsere schon erfahreneren Sportler die Plätze vier, fünf und sechs.

Abends besuchten wir ein riesiges Einkaufszentrum mit Boutiquen und Supermärkten in Min Hang. Wir wurden von zwei jungen Chinesinnen begleitet, die zur großen Freude unserer Sportler hervorragendes Englisch sprachen!

Am vierten Tag führten wir morgens nach der Wettkampfanalyse vom Vortag noch eine Trainingseinheit durch.  Nach dem Mittagessen besuchten wir ein gigantisches Sportzentrum mit einer riesigen Schwimmhalle, einer beeindruckenden Regattabahn, einem Tischtenniszentrum, einer Badminton-, Volleyball- und Handballhalle. Herr Chen, der sich ständig an unserer Seite befand, entwickelte sich zum wahren Fremdenführer. Nach dem Besuch im Sportzentrum, wo wir vom Vizedirektor persönlich begrüßt wurden, fuhren wir in das Ursprungsdorf von Shanghai. Der krönende Abschluss des Tages ist der Besuch des Shanghai Center Theater gewesen, wo wir die Vorführung chinesischer Akrobatik miterleben durften.  

(V. l.:) Eine Mitarbeiterin von Frau Yan Jing; Baoxiang Chen (Deputy Director Shanghai International Sports Exchange Center); Wolfram Ecker (Landestrainer WSB) Yan Jing (Director Shanghai International Sports Exchange Center); Achim Veelmann (Vorsitzender NRW Fachschaft Sportschießen); Liu Liping (Deputy Director Shanghai Administration of Sports).

Am fünften Tag besuchten wir die Down Town von Shanghai! Wir starteten bereits um 8 Uhr vom Shooting Center und erreichten die Sighting Avenue gegen 9.30Uhr. Wir hatten Glück mit dem Wetter und waren alle beeindruckt von dem Blick auf die Skyline jenseits des Flusses.

Wir besuchten die Einkaufsstraße und anschließend zwei verschiedene Märkte im Zentrum von Shanghai. Einen unvergesslichen Abend erlebten wir beim Besuch des Fernsehturms. Zunächst betrachteten wir die pulsierende Weltmetropole aus ca. 260 m Höhe. Von unseren chinesischen Gastgebern wurden wir anschließend zum Abendessen ins Drehrestaurant des Fernsehturms eingeladen. Die Dunkelheit brach immer mehr ein und die Stadt leuchtete in einem riesigen Lichtermeer.

Am sechsten Tag waren alle Sportler und Betreuer noch von den Erlebnissen vom Vortag beeindruckt.  Wir  führten vormittags und nachmittags jeweils eine Trainingseinheit durch und bereiteten unsere Sportler auf den zweiten Vergleichswettkampf vor. Am Abend wurden die Betreuer der deutschen Delegation von der Führung der Shanghai International Sports Exchange zu einem Empfang ins Shanghai Olympic Sports Center eingeladen. Es ist ein Ambiente gewesen, dass seines Gleichen sucht.

Abschiedsfoto.

Am siebten Tag stand vormittags noch mal eine Trainingseinheit zur Vorbereitung auf den Wettkampf am Nachmittag an. Vor dem Wettkampf wurden die Gastgeschenke an die chinesischen und deutschen Sportler vergeben. Zu Wettkampfbeginn schwächte der Wind nochmal ab und die Wettkampfverhältnisse verbesserten sich von Mal zu mal. Dieses spiegelte sich direkt in den Ergebnissen nieder. Teilweise steigerten sich die Sportler um bis zu 40 Ringen. Nach dem Wettkampf  fand die Siegerehrung statt und jeder Sportler wurde noch einmal speziell für seine guten Leistungen mit einem besonderen Geschenk ausgezeichnet. Für den Abschlussabend sind wir von unseren chinesischen Gastgebern durch die Sportdirektorin des Shooting Center Frau Wang  in ein Karaoke-Lokal eingeladen worden. Die Musik verbindet die Menschheit. Die Sportlerinnen und Sportler feierten gemeinsam mit viel Spaß diesen besonderen Abend.

Am achten Tag hieß es dann leider Abschied nehmen. Alle chinesischen Sportlerinnen, Sportler und Betreuer von dem Shooting Center ließen es sich nicht nehmen uns zu verabschieden, bevor uns der Transferbus zum Flughafen brachte und wir ein letztes Mal die beeindruckende Skyline von Shanghai bestaunen durften.  Das Einchecken am Flughafen erfolgte widererwartend  problemlos. Sehr beeindruckt von dieser herrlichen Stadt und den wunderschönen Erlebnissen traten wir schweren Herzens die Rückreise nach Deutschland an.

An dieser Stelle möchten wir uns beim Präsidium des Landessportbund NRW für diese erlebnisreiche Reise in das Reich der Mitte bedanken. Unser besonderer Dank gilt Kersten Neumann vom Landessportbund, der es ermöglicht hat, dass unser Team diesen Jugendaustausch durchführen durfte. Unser Dank gilt aber auch der Shanghai International Sports Exchange Center und hier besonders Herr Chen. Der uns über die gesamte Zeit zur Seite stand und uns stets mit seiner sehr freundlichen Art Rede und Antwort begleitet hat. Ein besonderer Dank gilt aber auch den Verantwortlichen des Shanghai Shooting & Archery Sports Centers an ihrer Spitze Frau Direktorin Wang Yuefang, die uns über die gesamte Zeit beköstigt, beherbergt  hat und wir ihre Schießstätte benutzen durften!

 



Autor: A. Veelmann
Datum: 29.11.2013

 

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