Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Der Bundesliga-Vereinsbericht

Der Europameister Sergey Richter (SSG Kevelaer) lieferte sich in der Bundesligabegegnung zwischen SSG Kevelaer und TuS Hilgert gegen die Italienerin Petra Zublasing einen Wettkampf auf Weltklasseniveau.

Die SSG Kevelaer ist weiterhin an der Tabellenspitze in der 1. Bundesliga Luftgewehr und Sergey Richter wartete mit einer Weltklasseleistung auf. 

„Die Punkte werden hinten heraus geholt!“ Diese oft zitierte Binsenweisheit der Bundesliga Luftgewehr hat nichts an Gültigkeit verloren. Den Beweis lieferten die Wettkämpfe der Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer, dem bisherigen alleinigen Tabellenführer der Bundesliga Nord gegen die direkten Verfolger TuS Hilgert und SB Freiheit. Während sich in den fünf Einzelpartien die Spitzenschützen an den Positionen eins bis drei gegenseitig neutralisieren, gewinnt oft die Mannschaft, die an den hinteren Positionen die besseren Schützen aufweisen kann.

Gegen Hilgert kam für Kevelaer erstmalig in dieser Saison der amtierende Europameister Sergey Richter zum Einsatz. Seine Gegnerin war die Italienerin Petra Zublasing. Beide kennen und schätzen sich aus zahlreichen internationalen Begegnungen. Es war klar, dass dies ein absoluter Krimi werden würde. Wie zwei Pokerspieler beäugten sich die beiden Weltklasseschützen. Wer dabei zuerst mit den Augen blinzeln würde und den ersten Fehler macht, hat verloren. Nach zwei identischen ersten Serien von jeweils 100 Ringen, blinzelte Richter im übertragenen Sinne in seiner dritten Serie mit einer 9,9 und 9,8. Obwohl er anschließend eine weitere 100er Serie folgen ließ (Gesamtergebnis 398), war an diesem Tag gegen die 400 Ringe von Zublasing kein Kraut gewachsen. Auch an Position zwei gab Kevelaer den nächsten Punkt ab. Katharina Kösters verpasste es, mit ihrem gewohnt schnellen Schießrhythmus und einem deutlichen 390er Ergebnis ihre Gegnerin unter Druck zu setzen. 391 Ringe waren zu wenig, um Julia Palm (394) am Ende noch deutlich in Bedrängnis zu bringen. Also mussten die Punkte an den Positionen drei bis fünf geholt werden. Den ersten Saisoneinsatz hatte dabei für Kevelaer auch Nils Schumacher, der ihm perfekt gelang. Mit konstanten Serien und hochklassigen 394 Ringen bezwang er den Routinier Erich Schmul aus Hilgert (391). Noch deutlicher ging es an Setzplatznummer vier und fünf zu. Patricia Seipel zeigte sich von ihrem Durchhänger am letzen Wettkampftag wieder erholt und erzielte für die SSG 395 Ringe. Dagegen konnte ihre Gegnerin Tatjana Poseiner mit 388 Ringen nichts ausrichten. Auch Alexander Thomas hielt mit 394 Zählern seinen Gegner, Thomas Hoche (386), deutlich auf Distanz. So holten sich die Marienstädter mit einer Saisonbestleistung von 1972 Ringen den vierten 3:2 Sieg in der Saison.

Am Sonntag folgte die Begegnung gegen den Aufsteiger SB Freiheit. Die Niedersachsen ziehen als Neuling ohne besonderen Erwartungsdruck derzeit in der Bundesliga ihre Kreise. Davon durfte sich die SSG Kevelaer schmerzhaft überzeugen. In einem weiteren Wettkampfkrimi an der Position eins konnte sich zunächst Sergey Richter mit erneut 398 Ringen gegen die Nationalschützin Jolyn Beer (395) durchsetzen. Dabei fiel die Entscheidung nach identischen Serien von 98/100/100 erst im letzten Durchgang zugunsten des SSG Schützen. In der Begegnung der Schützengenerationen musste Katharina Kösters ihrer Gegnerin Martina Prekel Tribut zollen. Einen Vorsprung von drei Ringen aus der ersten Serie konnte Kösters nicht verwerten. So ging es Ringgleich in die letzte Serie. Die perfekten 100 Ringe von Prekel konnte der Youngster (18 Jahre) in den Reihen der SSG nicht kontern und verlor 392:388. Auch an Position drei fiel die Entscheidung erst im letzten Durchgang. In der Begegnung der beiden Patricias (Piepjohn, Freiheit und Seipel, Kevelaer) steigerte sich die SSG- Schützin zum Vortag nochmals und erzielte hervorragende 397 Ringe. Mit zwei Ringen Vorsprung ging hier der Punkt an Kevelaer. Die beiden vergebenen Ringe aus einer acht in der ersten Serie fehlten Alexander Thomas für Kevelaer wohl am Ende, um die Begegnung gegen Alexander Bederke (Freiheit) noch offen zu gestalten. Denn mit 390:393 fiel dieser Punkt zum 2:2 Ausgleich an die Niedersachsen. An Spannung nicht mehr zu überbieten war die Entscheidung über Sieg oder Niederlage, der an Position fünf erfolgte. Zwei Ringe früher als ihr Gegner Sebastian Höfs (Freiheit), beendete Jana  Erstfeld für Kevelaer ihren Wettkampf mit 387 Ringen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Höfs noch zwei Zähler Vorsprung. Den sichern Sieg vor Augen, verließen ihn dann aber offensichtlich die Nerven. Mit einer 9,3 und einer 9,4 in der letzten Wettkampfminute zitterte er sich in ein Stechen. Den Schießrhythmus nutzte er dann aber im Stechen. Mit einer 10 bezwang er Erstfeld (9) gleich im ersten Stechschuss.

Trotz der 2:3 Niederlage gegen Freiheit führen die SSG Kevelaer mit den Niedersachsen die 1. Bundesliga Luftgewehr Nord mit 8:2 Mannschafts- und 14:11 Einzelpunkten im Gleichklang an. Trotz der ersten Niederlage sieht SSG Trainer Rudi Joosten dem Saisonfinale am 18. und 19. Januar in Düsseldorf optimistisch entgegen. „Ich bin mir sicher, dass wir dort die nötigen Punkte für die Teilnahme für das Bundesligafinale im Februar holen werden.“ Gegner werden der noch sieglose Tabellenletzte aus Deiringsen und der Finalaspirant Post SV Düsseldorf sein.

 



Autor: G. Joosten
Datum: 16.12.2013

 

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