Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Schießsport für Sportler mit körperlicher Behinderung

1. Wettbewerbe für körperbehinderte Sportschützen im Deutschen Schützenbund (DSB)

Ab dem Sportjahr 2015 werden die Wettbewerbe für körperbehinderte Sportschützen, die neben den DSB-Wettbewerben für körperbehinderte Schützen bislang unter der Regie des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) durchgeführt worden sind, in das Meisterschaftsprogramm des DSB integriert, d.h. der DBS führt keine eigenen schießsportlichen Deutschen Meisterschaften mehr durch!

Alle Regelungen zu den Wettbewerben für körperbehinderte Sportschützen sind im neuen Teil 10 der Sportordnung (SpO – Stand: 01.01.2015), einschließlich der Regularien für die Verwendung von Hilfsmitteln (Hocker, Rollstuhl, Schießtisch, Federbock etc.) festgelegt.

Für die Körperbehinderte Sportschützen stehen statt der bislang drei Wettbewerbe (Luftgewehr, Zimmerstutzen, KK 100 m) nun elf Wettbewerbe zur Verfügung:

 (1.10.xx) Luftgewehr
 (1.18.xx) Luftgewehr – liegend
 (1.30.xx) Zimmerstutzen
 (1.35.xx) KK 100 m
 (1.40.xx) KK – Sportgewehr (3x20)
 (1.60.xx) KK – Freie Waffe (3x40)
 (1.80.xx) KK – Liegenkampf
 (2.10.xx) Luftpistole
 (2.16.xx) Mehrschüssige Luftpistole
 (2.20.xx) Freie Pistole
 (2.40.xx) KK – Sportpistole

2. Klasseneinteilung im Behindertenbereich

Je nach Art der Behinderung bzw. erlaubtem Hilfsmittel werden die Schützen in unterschiedliche Klassen, unabhängig vom Alter des Schützen, eingeteilt:

Klasse 90 SH2/AB2 (m/w)

dies sind Schützen, die stehend/sitzend (Hocker/Rollstuhl) mit einer Auflagehilfe (Feder-bock/Pendelschnur) schießen

Klasse 92 SH1/AB1 (männlich)

dies sind Schützen, die die Waffe im Anschlag frei halten können und stehend/sitzend (Ho-cker/Rollstuhl) ohne Auflagehilfe (Federbock/Pendelschnur) schießen

Klasse 93 SH1/AB1 (weiblich)

dies sind Schützinnen, die die Waffe im Anschlag frei halten können und stehend/sitzend (Ho-cker/Rollstuhl) ohne Auflagehilfe (Federbock/Pendelschnur) schießen

Klasse 94 AB3 (m/w)

dies sind stark sehbehinderte Schützen, die eine Auflagehilfe (Federbock) brauchen

Klasse 95 SH3 (m/w)

dies sind stark sehbehinderte Schützen, die die Waffe frei im Anschlag halten können

Körperbehinderte Schützen können die o.g. Wettbewerbe in den aufgeführten Klassen im Meisterschaftsprogramm des DSB und damit auch im RSB und seinen Untergliederungen schießen. Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass die Schützen in einem Verein Mitglied sind, der dem RSB und somit dem DSB angehört und bis zum 30.09. beim RSB ordnungsgemäß gemeldet worden sind. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass bei Mehrfachmitgliedschaften der „Antrag/Änderungsantrag auf Startberechtigung“ bis zum 30.09. der RSB-Geschäftsstelle vorzulegen ist – für das Sportjahr 2015 gibt es eine Terminverlängerung auf den 30.11.!

Die Einzelwertung findet in einer Klasse statt. Eine Mannschaftswertung erfolgt nur landesverbandsintern.

3. Wahlmöglichkeit Nichtbehinderten-/Behindertenbereich

Körperbehinderte Schützen der Schadensklasse SH1 oder AB1 haben die Möglichkeit die Wettbewerbe im „Nichtbehindertenbereich“ zu schießen. Die genehmigten Hilfsmittel (z.B. Rollstuhl) dürfen verwendet werden. Sie werden dann anhand ihres Alters in der entsprechenden Altersklasse gewertet. Ein Doppelstart ist nicht möglich, so dass der Schütze diesen Wettbewerb nicht mehr im Behindertenbereich schießen kann! (siehe hierzu die Tabelle in der Anlage 3.4 der Ausschreibung zur Landesverbandsmeisterschaft (LVM) 2015). Die Wahlmöglichkeit kann für jeden Wettbewerb einzeln entschieden werden und gilt für ein Sportjahr. Hierzu ist die „Erklärung zur Wahl der Disziplinen – Teilnahme an Wettbewerben nach Teil 10 der SpO“ bis zum 30.09. der RSB-Geschäftsstelle vorzulegen – für das Sportjahr 2015 gibt es eine Terminverlängerung auf den 30.11.!

4. Klassifizierung

Es wird unterschieden in Allgemeinbehinderte (AB) und der Schadensklasse (SH). Die Klassifizierung ist eine Untersuchung, bei der die Beweglichkeit des Bewegungsapparates in Verbindung mit dem muskulären Spannungsverhältnis gemessen und beurteilt wird. Da es unterschiedliche Behinderungen gibt, ist es erforderlich, die Sportschützen entsprechend ihrer vorliegenden Behinderung in die Klassen einzustufen, zu klassifizieren.

Viele der behinderten Schützen werden momentan noch keine „Klassifizierung“ nach dem Klassifizierungssystem des paralympischen Sports haben. Überwiegend ist den Schützen ein „Hilfsmittel“ durch den bisherigen Verbandsarzt des RSB genehmigt worden. Die SpO schreibt im Teil 10 vor, dass die Teilnahme an Wettbewerben ab der Landesverbandsmeisterschaft nur mit einer entsprechenden Klassifizierung möglich ist. Um einen reibungslosen Ablauf und Übergang zu gewährleisten, wird bei den Landesverbands- und Deutschen Meisterschaften eine dreijährige Übergangsfrist (bis einschl. dem Sportjahr 2017) eingeräumt. Trotzdem sollte jeder Schütze, der am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen möchte, bestrebt sein, seine Klassifizierung so schnell wie möglich zu bekommen. Dazu ist ein „Antrag auf Klassifizierung“ mit Vorlage eines Behindertenausweises oder einer Bescheinigung des Versorgungsamtes (über mindestens 20 % Behinderung) der RSB-Geschäftsstelle vorzulegen.

Alle bisher vom Verbandsarzt „genehmigten Hilfsmittel“ behalten zunächst ihre Gültigkeit und sind im NEON-Mitgliederverwaltungsprogramm (NMVP) wie folgt der „neuen Klasse“ zugeordnet worden, damit ein einigermaßen ordnungsgemäßer Ablauf der Kreis- und Bezirksmeisterschaften gewährleistet ist – bei der LVM muss darauf geachtet werden, dass die Weitermeldung zur Deutschen Meisterschaft korrekt erfolgt.

a. Gegenüberstellung alte und neue Zuordnung

Hilfsmittel alte Klasse Schadenklasse neue Klasse

Federbock 90 SH2/AB2 90
Federbock + Hocker 90 SH2/AB2 90
Federbock + Rollstuhl 90 SH2/AB2 90
Hocker 92 SH1/AB1 (m) 92
Hocker 92 SH1/AB1 (w) 93
Pendelschnur 92 SH2/AB2 90
Pendelschnur + Hocker 92 SH2/AB2 90
Rollstuhl 92 SH1/AB1 (m) 92
Rollstuhl 92 SH1/AB1 (w) 93

5. Klassifizierung durch den „Klassifizierer“

Im Bereich des Landesverbandes stehen durch den DBS anerkannte Klassifizierer zur Verfügung. Die Termine der Klassifizierungen werden in Absprache mit diesen durch den LV organisiert. Die Kostenbeteiligung des Schützen/Vereins wird seitens des LV noch geklärt.

Wie kommt der Schütze zu seiner Klassifizierung: der Schütze stellt über seinen Verein einen „Antrag auf Klassifizierung“ und reicht diesen an seinen Kreis weiter -> dieser reicht den Antrag an den LV weiter -> der LV spricht mit dem Klassifizierer einen Termin ab und gibt diesen an den Verein/Schützen weiter -> es erfolgt die Klassifizierung, die auf einem Schießstand durchzuführen ist -> der Klassifizierer entscheidet über das Hilfsmittel -> der Klassifizierer gibt das Ergebnis an den DSB weiter (parallel eine Kopie als Vorabinformation an den LV) -> beim DSB erfolgt die Erfassung und Ausstellung eines Ausweises, auf dem alle Angaben, die vom Klassifizierer festgelegt worden sind, enthalten sind -> der Ausweis wird an den LV/Schützen verschickt (die Erfassungs- und Bearbeitungszeiten beim DSB ist z.Zt. nicht bekannt!).

Jedem Schützen muss bewusst sein, dass anhand der Klassifizierung die Benutzung des bisher genehmigten Hilfsmittels untersagt und ggf. ein anderes Hilfsmittel zugewiesen werden kann!

6. Allgemeines

Da im NMVP noch nicht alle Informationen, insbesondere die der körperbehinderten Schützen erfasst sind, werden insbesondere diese Schützen gebeten, die Unterlagen, aus der die bereits erfolgte Klassifizierung hervorgeht, umgehend der RSB-Geschäftsstelle in Kopie zu übersenden!

Als Ansprechpartner auf der RSB-Geschäftsstelle steht der Sachbearbeiter

Herr Zündorf Tel: (02175) 1692 – 17 (Bürozeit: Di. – Do. 09:00 – 16:00 Uhr)
E-Mail-Adresse: zuendorf (at) rsb2020.de

zur Verfügung.

Norbert Zimmermann
Landessportleiter


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