Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Informationen zur AG "Wegfall einer Meisterschaftsebene"

Mit Datum vom 22.12.2010 hat der Bezirk 14 einen "Antrag auf Herausnahme einer Meisterschaft aus der bisherigen Meisterschaftsregelung - Wegfall der Bezirksmeisterschaft (BM)" an den Sportausschuss (SpA) des RSB gestellt. Dieser wurde hauptsächlich damit begründet, dass die Schützen durch die Meisterschaften und Ligawettkämpfen einer immensen Terminflut unterliegen und ihnen dabei zunehmend hohe Kosten (Fahrt- und Übernachtungskosten) entstehen. Weiterhin tragen auch die beruflichen Gegebenheiten (Schichtdienste, Samstags- und Sonntagsarbeit) zu den Terminproblemen bei. Im Pfälzischen Sportschützenbund, der an das Gebiet des Bezirks 14 grenzt, wird nur eine Kreismeisterschaft (KM) als Qualifikation vor der Landesmeisterschaft (LM) geschossen.

Anmerkung des LSpL: in 6 der 20 Landesverbänden (LV) des Deutschen Schützenbundes (DSB) gibt es vor der LM noch zwei Meisterschaftsebenen.

Ein zweiter Punkt des Antrags war die Durchführung eines Pilotprojekts im Bezirk 14, bei dem die BM wegfallen soll.

Nach eingehender Diskussion wurde im SpA beschlossen, dass eine Arbeitsgruppe (AG) gebildet wird, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen soll, um letztlich einen Vorschlag zu erarbeiten, der in den entsprechenden Gremien (SpA, Präsidium (PR), Gesamtvorstand (GV) und Delegiertenversammlung (DV) vorgestellt und zur Abstimmung gebracht werden soll. Zusätzlich wurde beschlossen, dass Pilotprojekt im Bezirk 14 durchzuführen, indem eine Meisterschaft wegfallen kann, aber der Bezirk zur Landesverbandsmeisterschaft (LVM) melden muss. Hierzu ist zum Abschluss ein entsprechender schriftlicher Bericht an den SpA abzugeben.

Mit Datum vom 14.02.2011 hat der damalige LSpL, Bernd Fronnert, eine Umfrage an alle Vereine gerichtet, bei der es darum ging, die Meinung der Basis zu diesem Thema zu erfahren. Letztlich haben sich 451 von 1078 Vereinen (41,83%) an dieser Umfrage beteiligt. Das Ergebnis von 70,73% für eine Beibehaltung der jetzigen Meisterschaftsregelung, 11,31% für die Abschaffung der KM und 17,74% für die Abschaffung der BM zeigt deutlich, dass drei Meisterschaften (KM, BM, LVM) beibehalten werden sollten. Dabei ist ein deutliches Nord – Süd-Gefälle zu beobachten.

Recherchen anhand der Protokolle der SpA-Sitzungen haben ergeben, dass unser Präsident, Harry Hachenberg, zur SpA am 24.02.2007 einen ähnlichen Antrag gestellt hat, den er nach eingehender Diskussion letztlich zurückgezogen hat.

Am 24.Mai 2011 fand die konstituierende Sitzung der AG "WeM" in Leichlingen statt. Diese setzt sich wie folgt zusammen: Norbert Zimmermann (LSpL), Brigitte Brachmann (LDL), Joachim Pesch (LJL), Achim Veelmann, Henning Sarstedt (Gebiet Nord), Christian Junker, Franz Josef Schlösser, Wolfgang Rivet (Gebiet Mitte), Hans Peter Wester, Friedhelm Müller (Gebiet Süd) und Kurt Lauterwasser (Vertreter Bezirk 14).

In dieser Sitzung wurde intensiv über das "Für und Wider" der Abschaffung einer Meisterschaftsebene gesprochen und folgendes erarbeitet:

  • Die Ligawettkämpfe in den Druckluftdisziplinen waren ursprünglich  dazu gedacht, dass sich die Schützen wettkampfmäßig auf die Meisterschaften vorbereiten können. Später wurden sie als Meisterschaftswettbewerb zur Deutschen Meisterschaft erklärt und erhalten damit einen Meisterschaftsstatus. Demgegenüber steht der Gedanke, dass die Ligawettkämpfe dazu dienen, den Schützen, die nicht zur LVM kommen Wettkampfpraxis zu geben.
  • Aus Sicht des LJL könnte die freiwerdende Zeit (neben einem freien Wochenende) dazu genutzt werden, weitere Lehrgangsmaßnahmen im Jugendbereich durchzuführen oder auch an anderen Wettkämpfen teilzunehmen. Der stellv. BV merkte dazu an, dass durch die geplante Einführung der Ganztagsschulen ein elementares Problem auf die Vereine zukommt, denn wenn die Jugendlichen nachmittags in der Schule sind, kann man sie in dieser Zeit nicht mehr an die Vereine binden.
  • jeder Schütze ist in erster Linie für seine persönlichen, privaten und schießsportlichen Termine allein verantwortlich. Dabei ist anzumerken, dass sich jeder ein sportliches Ziel setzen sollte und es sicherlich für eine Vielzahl der Schützen eine Ehre ist, für seinen Verein an der LV teilzunehmen. Der LV muss aber auch jedem Schützen die Möglichkeit einräumen, sich in den Disziplinen, die auf Ebene des DSB geschossen werden, zu qualifizieren.
  • im Bayrischen Schützenbund wird den Schützen angeboten an den offiziellen Meisterschaften teilzunehmen oder sich über ein Qualifikationsschießen für die nächsthöheren Meisterschaften zu qualifizieren
  • Es wurde die Frage gestellt, warum der Meldeschluss für die Deutschen Meisterschaften (DM) in den Disziplinen KK – Auflage, Luftpistole – Auflage, KK 50 m Zielfernrohr (30.09. - 02.10.2011) und Luftgewehr – Auflage (15. - 16.10.2011) so früh, auf den 11. bzw. 18.07.2011 seitens des DSB festgelegt wurde. Ein möglicher späterer Termin könnte zur Entspannung der Situation beitragen.
  • Es ist hinlänglich bekannt, dass die Finanzierung der Kreise und Bezirke hauptsächlich durch die Einnahmen aus den Meisterschaften erfolgt. Im Kreis 14/2 sieht dies scheinbar aus Sicht der vielen Ligen etwas anders aus.
  • Es wäre eigentlich die logische Konsequenz, dass beim Wegfall einer sportlichen Ebene, wenn nicht andere Wege gesucht und gefunden werden, die verwaltungstechnische Ebene ebenfalls wegfällt. Der Wegfall einer kompletten Ebene würde auch der Tatsache entgegenkommen, dass es in der heutigen Zeit schwer ist, Schützen für ein Ehrenamt auf Kreis- und/oder Bezirksebene zu gewinnen. Es müsste nur dann festgelegt werden, wer die Verwaltungsaufgaben der wegfallenden Ebene übernimmt.
  • Es ist heutzutage einfacher die Qualifikation zur LVM zu schaffen wie  früher. Dies liegt unter anderem auch darin begründet, dass es in einigen Klassen/Disziplinen nur wenige Schützen gibt, bzw. das schießsportliche Niveau gesunken ist. Die Limitzahlen zur LVM sollten trotzdem auf einem akzeptablen Niveau gehalten werden, es sollte aber nicht sein, dass die Limitzahlen zur LVM höher sind als die zur DM. Sicherlich spielt der finanzielle Aspekt hier eine große Rolle, denn durch die erhöhte Anzahl an Startern erhält der LV eine höhere Einnahme an Startgelder, wobei man die gesamten Einnahmen der LVM mit allen Ausgaben der LVM gegenüber stellen muss und das der "ggf. erzielte Überschuss" einer LVM anderen Bereichen des LV – auch dem Leistungssport – zu gute kommt.
  • zur DV am 16.04.2011 wurde mit Datum vom 24.03.2011 von Günter Vetter ein "Antrag auf Änderung der Ausübung der LVM im RSB ab dem Sportjahr 2012" gestellt. Da dieser nicht form- und fristgerecht eingereicht worden ist, wurde dieser zur DV nicht zugelassen. In diesem "inoffiziellen Antrag" ging es darum, die LVM in das Gebiet Süd (Landesmeister Rheinland-Pfalz) und Gebiet Mitte und Nord (Landesmeister Nordrhein-Westfalen) aufzuteilen. Leider fehlt dem LV ein entsprechender zentraler Schießstand in der Mitte des Verbandsgebietes. Eine solche Aufteilung bringt sicherlich einige Probleme mit sich, so z.B. die unterschiedlichsten Qualitäten und Bedingungen auf den vorhandenen Schießständen.
    Anmerkung:
    die anderen LV führen ihre LM, die für die Qualifikation zur DM dienen, auch unter den unterschiedlichsten Bedingungen aus.

 

Fazit dieser Sitzung: die überwiegende Anzahl der Teilnehmer der AG waren sich einig, dass insbesondere im Kreis 14/2 sich die terminlichen Probleme darin begründen, dass es hier eine zu hohe Anzahl an Ligawettkämpfen gibt. Wenn die Vereine des Kreises 14/1 aus dem Verbandsgebiet des RSB bzw.  des Bezirks 14 ausscheiden, um in den Pfälzischen Sportschützenbund zu wechseln, werden sich im Bereich des Bezirks 14 sicherlich Probleme im bestehenden Ligasystem ergeben. Der Kreis und/oder Bezirk sollten ggf. darüber nachdenken ihr Ligasystem dahin zu verändern, indem z.B. die Größe der einzelnen Gruppen verkleinert wird. Weiterhin wurden folgende Anregungen festgehalten:

  • Überdenken der terminlichen Gestaltung (Konzentration auf einzelne Disziplinen) der LVM ggf. nach dem Vorbild des Bayrischen Schützenbund, dem Norddeutschen Schützenbund oder dem Hessischem Schützenbund. In diesem Zusammenhang sollte ggf. darüber nachgedacht werden, ob das Wettkampfprogramm nicht reduzieren werden kann. Eine erste Umsetzung erfolgt bereits für 2012, indem die LVM in den Druckluftdisziplinen auf die ersten beiden Maiwochenenden im LLZ Dortmund verlegt worden sind (hier spielt neben dem sportlichen Gesichtspunkten in erster Linie der finanzieller Aspekt eine große Rolle) und die landesverbandsinternen Disziplinen ans Ende verlegt werden sollen.
  • Für die Olympischen Disziplinen muss eine KM und BM geschossen werden; darüber hinaus sollte es den Bezirken aufgrund der jeweiligen Gegebenheiten freigestellt werden, unterhalb ihrer Ebene eine Meisterschaft oder ein Qualifikationsschießen durchzuführen
  • Es wird empfohlen, das Pilotprojekt im Bezirk 14 nicht nur auf das Jahr 2012 zu beziehen, sondern auf mindestens zwei Jahre auszuweiten, damit gewährleistet werden kann, das Ligasystem auf den Wegfall einer Meisterschaftsebene anzupassen.

Ein Termin für eine nächste Sitzung wurde zunächst nicht festgelegt, da man die weitere Entwicklung im Bezirk 14 abwarten möchte. Hier hat es am 08.06.2011 ein Gespräch zwischen Vertretern des Bezirks 14 und Vertretern des Präsidiums, sowie am 09.06.2011 ein Gespräch zwischen dem DSB, dem RSB und dem Pfälzischen Sportschützenbund gegeben. Weiterhin ist auch der schriftliche Bericht über das Pilotprojekt abzuwarten.



Autor: Norbert Zimmermann
Datum: 19.06.2011

 

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