Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

SSG Kevelaer nutzte Heimvorteil gegen TuS Hilgert

Silbermedaillengewinnerin bei den olympischen Spielen in London, Ivana Maksimovic

Kevelaer – Heimvorteil genutzt, am Ende verdient gewonnen und dennoch nicht viel schlauer als vorher. Der 3. Wettkampftag in der 1. Luftgewehr Bundesliga Nord hatte für die Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer das erhoffte Happy-End, sollte aber auch Aufschluss über den weiteren Saisonverlauf bringen. Doch überraschende Siege der Konkurrenten haben die Bundesligisten noch enger zusammengeführt. Durch den Sieg gegen TuS Hilgert liegt die SSG nun mit drei weiteren Mannschaften punktgleich an der Spitze der Bundesliga-Nord. Doch die vier anderen Teams der Liga liegen nur zwei Punkte dahinter. Daher wahrte sich die SSG zwar die theoretische Chance auf einen der vier ersten Plätze und damit die Qualifikation für das Bundesligafinale, kann sich nach dem nächsten Wettkampfwochenende aber auch schnell am Tabellenende wiederfinden.

Die Schützen der Begegnung TuS Hilgert gegen SSG Kevelaer

Aber zunächst durften sich die Marienstädter über ihren 3:2 Sieg über TuS Hilgert aus dem Westerwald vor heimischem Publikum freuen. Die über 300 Besucher erlebten dabei absoluten Spitzensport mit Weltklasseergebnissen. So unterstrich Ivana Maksimovic, die Nummer Eins der SSG, abermals ihre Ausnahmefähigkeiten. Eine einzige 9,9 und 39 mal die Zehn der Silbermedaillengewinnerin der olympischen Spiele in London lieferten ein Gesamtergebnis von 399 Ringen. Damit war ihr Sieg gegen Julia Palm (390) zur keinem Zeitpunkt gefährdet. Warmgeschossen hatte sich Maksimovic für dieses Ergebnis bei ihrem Einsatz in der 2.Bundesligamannschaft der SSG am Nachmittag gegen SV Deiringsen. Hier schoss sie 394 Ringe und siegte nach spannenden vier Stechschüssen. Eine ebenso souveräne Vorstellung lieferte die Nummer Zwei der SSG. Patricia Seipel, Neuzugang aus Hanau, bestätigte ihre Spitzenergebnisse vom Saisonauftakt vor vier Wochen. Mit ihrem ruhigen und gleichbleibenden Schießrhythmus steuerte sie hervorragende 396 Ringe bei und hielt damit ihre Gegnerin Melanie Großmann ebenfalls mit neun Ringen auf sicheren Abstand. Einen denkbar unglücklichen Wettkampfbeginn erlebte der dritte Schütze der Marienstädter, Nils Schumacher. In der Probe schoss der 26-Jährige noch 12 Zehner. Doch gleich der erste Wertungsschuss war nur eine Acht. Diesem Rückstand schoss er fast den gesamten Wettkampf hinterher. Erst zum Ende der dritten Serie der insgesamt 40 Schüsse konnte er ausgleichen. Doch erneute Neuner in der letzten Runde brachten seinen Gegner Erich Schmul auf die Siegerstraße, der mit 389:387 gewann.

Volle Konzentration, Birgit Lohmann

Lange konnte auch Birgit Lohmann ihren Wettkampf ausgeglichen gestalten. Die Ersatzschützin aus der 2. Bundesligamannschaft musste an Position Fünf gegen Tatjana Poseiner erst zum Ende hin abreißen lassen und verlor ihre Begegnung mit 390:386. Die Entscheidung musste somit an Position Vier fallen.

Alexander Thomas gegen Thomas Hoche

Hier kam es zum Showdown zwischen dem SSG Schützen Alexander Thomas und Thomas Hoche aus Hilgert. Hoche konnte mit einem etwas schnelleren Schießrhythmus 390 Ringe vorlegen. Zu diesem Zeitpunkt musste der SSG-Schütze noch vier Schüsse absolvieren und hatte dabei einen Vorsprung von drei Ringen. „Der Schütze bekommt das Ergebnis des Gegners natürlich mit. Da ist es trotz eines Vorsprungs ungemein schwer sich zu konzentrieren und den scheinbaren Vorteil zu nutzen,“ so Rudi Joosten, Vereinstrainer und Vorsitzender der SSG-Kevelaer. Doch nervenstark lies sich Thomas auch von einer Neun beim drittletzten Schuss nicht aus der Ruhe bringen und brachte mit zwei weiteren Zehnern seinen Vorsprung ins Ziel. Mit 392:390 lieferte der Student den dritten Einzelpunkt, was den Sieg für Kevelaer bedeutete. „Die Bundesliga ist so spannend wie noch nie. In drei Wochen müssen wir aber gegen SG Hamm und Post Düsseldorf erneut unsere Leistungen abrufen“, resümierte Rudi Joosten und erteilte hochfliegenden Wunschvorstellungen nach einer Finalteilnahme eine klare Absage. „Unser Ziel bleibt der direkte Klassenerhalt. Allein hierauf müssen wir uns konzentrieren. Alles andere lenkt uns nur ab.“ Hiermit dürfte er richtig liegen, denn in Anlehnung an eine alte Fußballweisheit gilt auch beim Sportschießen: „Wichtig ist allein auf dem Schießstand. Und ein Wettkampf dauert 50 Minuten.“

300 Besucher erlebten spannende Wettkämpfe

TuS Hilgert zeigt sportliche Fairness

Bei der Vorbereitung auf die Bundesligabegegnung in Kevelaer zeigte der Trainer der TuS Hilgert, Carsten Hees, bemerkenswerte sportliche Fairness. Bei der zunächst durch die SSG-Kevelaer angegebene Setzliste wurde Birgit Lohmann aufgrund ihres Ringdurchschnitts in der aktuellen 2. Bundesliga auf Position Vier gesetzt. Hier meldete Carsten Hees seine Zweifel an der Richtigkeit der Setzliste gegenüber Rudi Joosten an. Da auch vor Ort keine klare Regelauslegung erfolgen konnte, brachte erst eine E-Mailanfrage beim Ligaleiter Norbert Link Klarheit. So wurde Birgit Lohmann mit einem Null-Ergebnis auf Position Fünf gesetzt. Auch wenn dieser Wechsel nichts am sportlichen Sieg der SSG-Kevelaer geändert hätte (Thomas Hoche als auch Tatjana Poseiner hatten beide 390 Ringe), spricht es für Hilgert, einen Sieg sportlich erringen zu wollen und nicht ggf. nachträglich am grünen Tisch durch einen Protest gegen die Richtigkeit der Setzliste. Hierfür spricht die SSG-Kevelaer dem TuS Hilgert ihren Respekt aus!

Allerdings spricht es nicht für die Verständlichkeit der Ligaordnung, wenn keine eindeutige Handlungsvorgabe aus dem Regelwerk für die Sortierung der Setzliste ersichtlich ist.

Die über 300 Besucher erlebten spannende Wettkämpfe im Sportzentrum Kevelaer und einen am Ende verdienten Sieg der SSG Kevelaer beim Bundesligawettkampf gegen TuS Hilgert in der Dreifachturnhalle im Sportzentrum Kevelaer.



Autor: Georg Joosten
Datum: 20.11.2012

 

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