Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Festakt 25 Jahre Landesleistungsstützpunkt Leichlingen

Ende dieses Jahres ist es 25 Jahre her, dass dem Antrag des Rheinischen Schützenbundes und des Landessportbundes NRW auf Anerkennung der Schießsportanlage des SV Trompete in Leichlingen zum Landesleistungsstützpunkt für Sportschießen durch das Land NRW entsprochen wurde.
Seit dem Jahre 2000 ist der Landesleistungsstützpunkt  auf Antrag des Rheinischen Schützenbundes ebenfalls als Landesleistungszentrum für Sportschießen anerkannt worden  - ein wichtiger Meilenstein für das Sportschießen im Rheinland. Von Beginn an war die Schießsportanlage des SV Leichlingen auch ein wichtiger Trainingsort für die Kader des RSB. Außerdem werden die Anlagen auch für die praktischen Übungen des Qualifizierungs- und Schulungszentrums des Landesverbandes genutzt. Gleichzeitig mit der Anerkennung als Landesleistungsstützpunkt zum 1.1.1992 war ebenso die Benennung von Karl Krapp als Stützpunktleiter verbunden.

Anlass genug, um am heutigen Sonntag, 30. Oktober 2016, sowohl das runde Stützpunktjubiläum als auch das Ausscheiden des Stützpunkleiters gebührend zu feiern und an diesem Tag einmal der gemeinsamen und fruchtbaren Zeit zu gedenken.

So konnte an diesem Sonntagvormittag der 1. Vorsitzende des SV Trompete Leichlingen, Bernd Boitz, in der vollbesetzten KK-Halle zahlreiche Gäste aus der Politik, dem Sport und ebenso die anwesenden Vertreter der Vereine, des Landesverbandes sowie des hiesigen Bezirks 05 Bergisch Land recht herzlich willkommen heißen. Sein besonderer Gruß galt dann zunächst einmal der Festrednerin, der Vizepräsidentin des Landessportbundes NRW, Frau Gisela Hinnemann, dem Landrat des rheinisch-bergischen Kreises, Herrn Dr. Hermann-Josef Tebroke, dem Landtagsabgeordneten für den Rheinisch-Bergischen Kreis, Herrn Rainer Deppe/CDU, dem Leichlinger Bürgermeister Herrn Frank Steffes sowie einigen Mitgliedern des Rates der Stadt Leichlingen, dem Präsidenten des Solinger Sportbundes, Herrn Hartmut Lemmer, dem Vorsitzenden des Kreissportbundes Leichlingen, Herrn Uli Heimann und dem Stützpunktleiter Herrn Karl Krapp. Weitere Willkommensgrüße gingen dann an den Präsidenten des Rheinischen Schützenbundes, Herrn Willi Palm, den RSB-Schatzmeister Heinz Markert, an die ehemaligen und aktuellen Trainer  Hartmut Faulstich und Karl-Heinz Neukirchen sowie Peter Landauer und Siegfried Zajons. Letztlich dann den Bezirksvorsitzenden Bruch, Bezirks-Ehrenvorsitzenden Zündorf  sowie die vier Kreisvorsitzenden Leonhard, Brandtner, Albrecht und Prenger. Und last but noch least den Musikverein Dohrgaul aus Wipperfürth, der für die musikalische Unterhaltung sorgte.

(Nachstehend zunächst eine kurze Zusammenfassung aller Ansprachen. Mehr im kommenden RSB-Journal.)

Präsident Willi Palm gratuliert herzlich.

Im nachfolgenden Grußwort nutze Präsident Willi Palm u. a. zunächst einmal die Gelegenheit, all denjenigen zu danken, die mit geholfen haben, die Stützpunktarbeit zu unterstützen. Besondere Grüße richtete er dann vom heutigen Ehrenpräsidenten Friedrich Hogrefe aus, der den Teilnehmern des Festaktes schöne Stunden wünschte und besonders herzliche Grüße an Frau Hinnemann ausrichten ließ.
Im Übrigen sei der hiesige Verein Planer, Erbauer, Halter, Eigentümer und Besitzer dieser Schießsportanlage. Dies sei vor 25 Jahren sicherlich landesweit ein Novum im Vergleich mit ähnlichen Einrichtungen gewesen. Der SV Trompete, so der Präsident, sei ein Beispiel für den Gleichklang des Schützenwesens und dem Sport. Hier ginge man nicht nur dem Schützenwesen und dem Schießsport nach, sondern es sei ein Stützpunkt mit vielen sozialen Eigenschaften. Hier sei es so, wie es sich Stadtväter wünschten: ein Ort wo man und frau gerne hingingen und wo man und frau sich gut aufgehoben fühlten.

LSB-Vizepräsidentin Gisela Hinnemann hält die Festrede.

Palm ließ dann den Werdegang dieser Anlage mit den verschiedenen Eckdaten kurz Revue passieren. Hierbei ließ er nicht unerwähnt, dass nach einem Satzungsbeschluss jedes Mitglied u. a. Eigenleistungen in Höhe von 1.000 DM einzahlen musste und man darüber hinaus gemeinschaftlich mehrere zehntausend Arbeitsstunden zum Bau der Anlage aufzubringen waren. Und so konnte im Mai 1991 der Schießbetrieb auf einer zum damaligen Zeitpunkt modernsten Anlage im Land aufgenommen werden. Leider gebe es nur wenige Anlagen dieser Art in dieser Region. Man wäre zwar im Olympiajahr 2028 gerne dabei, würde dann aber über keine entsprechende Anlage verfügen.

Die Sportanlage umfasse drei Schießstätten, so die weiteren Erläuterungen des Präsidenten, mit insgesamt 35 Schießbahnen mit Möglichkeiten zur Erweiterung für das Mehrschuss- und Bogenschießen zur Ausübung fast aller olympischen Schießsportdisziplinen. Im Übrigen seien die Anlagen an über 40 Wochen im Jahr mit Veranstaltungen, Meisterschaften oder Lehrgängen belegt. Der Verband sei Dankbar für die Nutzungsmöglichkeiten. Die Entscheidung Karl Krapp als Leiter des Stützpunktes einzusetzen sei eine gute und richtige Entscheidung gewesen. Aus der guten Trainingsarbeit seien viele erfolgreiche Schützen hervorgegangen. Hier nannte er besonders die früheren Trainer Faulstich und Neukirchen, die in den 15 Jahren ihrer Tätigkeit hervorragende Talente hervorgebracht hätten. Hier nannte er besonders Jessica Mager mit ihren zahlreichen nationalen und internationalen Erfolgen. Die beiden Vorgenannten seien dann von den ebenfalls hochgeschätzten Trainern Siegfried Zajons und Peter Landauer abgelöst worden.

Dank des Verbandes, der Untergliederungen und des Vereins.

Doch es seien nicht nur die sportlichen Erfolge, die die Qualitätsarbeit  am Stützpunkt ausmachten. Hier spiele auch die menschliche Komponente eine Rolle. Und Tradition und Sport werde hier bewusst gelebt. All dies erfordere eine enorme Portion Idealismus von allen Beteiligten. Der Ehrenpräsident habe ihn gebeten, seinen persönlichen Dank an Karl Krapp auszurichten, für dessen enormes Engagement. Karl Krapp habe hierbei einen guten Weg eingeschlagen, ihm sei es dabei gelungen die notwendige zentrale Beachtung zu erhalten.

Präsident Willi Palm dankte dann nochmals allen im Namen des Präsidiums und aller Mitglieder und hoffte auf eine weitere gute Partnerschaft zwischen Verband und Verein.

Im Anschluss hieran sprach dann Leichlingens Stadtoberhaupt ein kurzes Grußwort. Bürgermeister Frank Steffes stellte fest, dass er als Leichlinger gut den Schützenverein kenne. Er erinnerte sich gerne an die früheren Zeiten. Insbesondere an die alte Anlage an der heutigen Bundesautobahn. Dort musste der Verein dann wegen der anstehenden Bauarbeiten weichen. 1989 sei dann das neue Projekt in Angriff genommen worden. Er schilderte folgend dann den weiteren Werdegang der Anlage bis hin zum Landesleistungszentrum. Auf den nun installierten elektronischen Anlagen könne man hier nun fast alle olympischen Disziplinen schießen. Auch lobte der Bürgermeister die großen Verdienste von Karl Krapp und dankte dann abschließend im Namen des Rates und der Verwaltung der Stadt Leichlingen, man sei stolz darauf.

Auch die Jugend bedankt sich.

Von Seiten Bernd Boitz gab es dann zunächst noch einige Hinweise zur früheren Sternschießanlage auf dem Grundstück direkt neben der heutigen neuen Anlage des Vereins. Und folgend bestätigte er auch den vorgenannten Wunsch Palms zu einer weiteren Partnerschaft des Vereins mit dem Landesverband.

Nach einer weiteren musikalischen Einlage kam man dann zur Festrede der LSB-Vizepräsidentin Gisela Hinnemann. Hier gab die für den Leistungssport zuständige Vizepräsidentin einen Rück- und Ausblick auf die Leistungssportförderung des LSB NRW.

Die Sieger aus dem Schießen "25 Jahre LLZ/BStp".

Sie habe die Gelegenheit genutzt um sich einmal intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und hierbei die Erfolge deutscher Sportschützen bei Olympischen Spielen seit 1952 gegoogelt. Dabei habe sie beträchtliche Erfolge feststellen können. Häufig seien hierbei die Erfolge der Schützen zugleich eine Initialzündung für weitere Erfolge des gesamten deutschen Teams gewesen. Nach der Enttäuschung 2012 in London sei nun die zweitbeste Bilanz aller in Rio teilnehmenden Nationen erzielt worden. Festgestellt habe sie aber auch dabei, dass keiner der Medaillengewinner aus NRW stamme - das gebe zu denken.

Folgend gratulierte die LSB-Vizepräsidentin zunächst einmal herzlichst zum Jubiläum. Für die hervorragenden Resultate bei internationalen Wettkämpfen sei der Schießsport in Deutschland auf die erfolgreiche Arbeit der Bundes- und Landesleistungspunkte und der Vereine angewiesen. Daran habe auch der Landesleistungsstützpunkt Leichlingen seit 25 Jahren seinen Anteil.

Der Musikverein Dohgaul unter der Stabführung von Lothar Vandenherz.

Hinnemann definierte folgend zunächst einmal  die Voraussetzungen zur Anerkennung eines Landesleistungsstützpunktes. Im Jahre 2000 erfolgte zusätzlich die Ernennung zum LLZ. In NRW gebe es insgesamt 14 Stützpunkte der Sportschützen, so ihr Hinweis, sieben beim Rheinischen und sieben beim Westfälischen Schützenbund. Das zweite LLZ gebe es in Dortmund, gleichzeitig auch Bundesstützpunkt.
Daran schlossen sich dann ihre Hinweise zur Handhabung der Leistungssportförderung des LSB NRW an. Hier habe es Veränderungen gegeben, die nun umgesetzt werden sollen. Auch der RSB erhalte nun eine Mitteilung über die Gelder für die Jahre 2017 bis 2020, verbandsseitig könne man sich auf eine kräftige Verbesserung der bisherigen Förderung freuen. Bei der Berechnung habe sich einiges verändert. So gebe es nun eine vereinfachte Bearbeitung in einer Summe und über die Verwendung entscheide nun der jeweilige Verband.

Alle vier Jahre, so fortfahrend, habe es beim DOSB und beim Bundes-Innenministerium nach olympischen Spielen mit einem weniger an Medaillen als davor Überlegungen zu einer Reform der Leistungssportförderung gegeben, so auch nach London. Kürzlich hätten nun aber sowohl die Fachverbände wie auch der Sportausschuss des Bundestages die Eckpunkte einer ganz großen und sehr komplexen Reform präsentiert bekommen. Hervorzuheben seien hier drei Bereiche: 1. Die Förderung von Spitzenverbänden, 2. Die Konzentration des Stützpunktesystems und 3. die Professionalisierung der Leistungssportstrukturen und des -personals. Sie erläuterte folgend die Berechnungsansätze. Allerdings sei noch offen, inwieweit sich die geplante neue Systematik für die Berechnung auf die Landesverbände übertragen lasse. Unverändert habe man aber das Ziel (Sportministerium, LSB NRW und Sportstiftung), die Förderung  in NRW mit der Entwicklung auf Bundesebene in eine Linie zu bringen. Dies werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Da man nicht so lange warten will, habe in NRW eine AG unter starker Beteiligung der Fachverbände mehr als zwei Jahre diskutiert, wie man die vorhandenen Fördermittel (3,7 Millionen Euro/Jahr) so verteile, dass es für alle Verbände einfach, gerecht, leistungsbezogen und transparent sei und keiner außen vor bleibe. Das LSB-Präsidium sei nun vor wenigen Wochen das mehrheitliche Votum dieser AG gefolgt das neue Fördersystem ab 2017 umzusetzen. Zu den Berechnungen erfolgten dann weitere Erläuterungen durch die Vizepräsidenten.

Und dann weiter: „Die Debatten über die Finanzierung des Spitzensports sind im Moment allgegenwärtig. Und wir müssen diese führen, wenn wir auch zukünftig international, z. B. bei Olympischen Spielen erfolgreich sein wollen. Wir sollten dabei nicht vergessen, dass es im Sport nicht nur um Medaillen geht. Ganz entscheidend ist nämlich auch sein unschätzbarer Wert für unsere Gesellschaft. Wir wissen es alle: Sport steigert Gesundheit und Wohlbefinden, Sport bringt Spaß, Sport integriert Menschen, Sport schafft und fördert Gemeinschaft.“

Hinnemann erinnerte dann an die im vergangenen Jahr  vom LSB NRW gestartete Kampagne „Das habe ich beim Sport gelernt“, mit der man die Bedeutung des Sports in der Öffentlichkeit verstärkt bewusst machen will.

Sie dankte dann allen herzlichst für den jeweiligen Einsatz im und für den Sport und ermutigte dazu, die erfolgreiche Arbeit noch lange Jahre fortzusetzen.

Sie ging dann abschließend auf die schützenseitig in der Einladung angesprochenen Olympia Bewerbung 2028 ein. Dies sei erfreulich aber eine Diskussion, ob sich NRW bewerben soll, komme viel zu früh. Erst wenn in 2017 der Austragungsort für 2024 feststehe, könne man einschätzen, ob es überhaupt für einen europäischen Ort, eine Region eine Chance gebe. Für 2024 bewerben sich Los Angeles, Budapest und Paris. Und nur wenn der Zuschlag nach Los Angeles ginge und nicht an eine europäische Stadt, bestünde überhaupt eine Chance.

Nach einem weiteren Musikstück erfolgte die Verabschiedung des Stützpunktleiters Karl Krapp. Für seinen 25-jährigen Einsatz als Stützpunktleiter dankten ihm Präsident Willi Palm, Bezirksvorsitzender Klaus Bruch, Kreisvorsitzender Thomas Brandner und der Vereinsvorsitzende Bernd Bois. Der Präsident hob nochmals das Engagement Krapps besonders hervor. „Wurde jemand benötigt war Karl immer ansprechbar.“ Er sprach dann dem scheidenden Stützpunktleiter seinen persönlichen Dank aus. Und auch der Bezirksvorsitzende Klaus Bruch übermittelte den Dank des Bezirks 05 Bergisch Land für dessen hervorragende Leitung des Stützpunktes. Man habe gut und hervorragend Zusammengearbeitet. Aber so ganz werde der Bezirk ihn nicht gehen lassen, letztlich sei er ja auch noch Multiplikator. Und auch der Kreisvorsitzende 05 2, Thomas Brandner, dankte zu nächst den Verein, dass der Kreis immer die Schießanlage nutzen durfte und überreichte eine Erinnerungsplakette. Zu Karl dann der Hinweis, dass dieser nicht nur verwaltet sondern auch vieles vorangebracht habe. Dadurch hätten sich viele Talente zu Persönlichkeiten entwickelt.

Sowohl von Seiten des Bezirks als auch des  Kreises Solingen gab es ein Bargeschenk für den anstehenden Urlaub.

Aber auch der Verein bedankte sich bei ihrem Ehrenvorsitzenden, so überreichte das amtierende Königspaar nach einigen Dankworten durch Bernd Boitz einen Präsentkorb.

Und auch die Jugend sagte an diesem Vormittag Dankeschön und überreichte ein Präsent durch Jana Erstfeld.

Zu guter Letzt bedankte sich dann der Geehrte mit bewegenden Worten bei den Anwesenden. So erläuterte er der Vizepräsidentin Hinnemann zunächst einmal die „Krappsche Arithmetik“, die auch sein Nachfolger Bernd Boitz übernommen. Und dies habe immer noch seine Gültigkeit. Die Schützen seien bekanntlich der viertgrößte Verband unter dem Dach des DOSB. Daher möge jeder für sich einmal ausrechnen und die von Frau Hinnemann genannten 3,7 Millionen an Fördermitteln durch alle Schützen teilen. Seine Stützpunktarbeit sei letztlich eine Etappe auf einem Gleis gewesen. Er dankte allen Anwesenden, insbesondere aber diejenigen, die nun nicht mehr dabei sein könnten. Man dürfe aber, wenn man Jessica Mager nenne, Paul Schallbruch, einen großen Förderer, nicht vergessen. Er hoffte abschließend, dass auch Jana Erstfeld ebenso erfolgreich werde wie die zuvor genannte Jessica Mager.

Aber, wenn die Spitze gut sei, und die Leistungen noch besser, dürfe man nicht vergessen, dass man zunächst einmal eine vernünftige Breite benötige. Nur daraus werde sich alles entwickeln. Insgesamt sei man aber auf einen guten Weg.

Abschließend nahm dann der Bezirksvorsitzende die Siegerehrung aus dem Sonderschießen vor.
Die Resultate der Erstplatzierten findet man anhängend.

 


Dokumente zum Thema:

Autor: K. Zündorf
Datum: 30.10.2016

 

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