Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Tagung des RSB-Gesamtvorstandes in Leichlingen

Herbstsitzung des Gesamtvorstandes.

Zu seiner alljährlichen Herbstsitzung traf sich der RSB-Gesamtvorstand am 20. November 2016 in den Schulungsräumen des Landesverbandes in Leichlingen. Nach Abwicklung der notwendigen Sitzungsregularien, hieß es dann für die angereisten Vorstandsmitglieder wieder einmal eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten.

(Nachfolgend nun ein kurzes Resümee über die Themen, umfassend mehr im nächstmöglichen RSB-Journal.)

Die Sitzungsleitung hatte der Präsident an das kooptierte Präsidiumsmitglied Kai Bolten übertragen. Der Präsident stellte dann aber zunächst einmal den Vorstandsmitgliedern den neuen Geschäftsführer, Uwe Pakendorf, vor und ehrte folgend die Vizepräsidentin Süd, Manuela Göbel, mit der Großen Goldenen Verdienstnadel des Verbandes, verbunden mit einem besonderen Dank für ihr Engagement.

In seinem nachfolgenden Bericht konstatierte Präsident Palm zunächst, dass der Verband zwischenzeitlich stabilisiert werden konnte. Man habe zukunftsweisend arbeiten können. Auch sei einiges gut gelaufen, daher galt sein besonderer Dank sowohl dem Gesamtvorstand wie auch allen Funktionären. Weitere Informationen betrafen den Förderpreises „Schützenbrauchtum trifft Moderne“. Die Impulse dazu seien von Gustav Hensel gekommen. Die Tradition habe nun ein Gesicht. Als Vertreter werde man ihm Hans-Dieter Kaspers zur Seite stellen. Leider habe es nur vier Bewerbungen gegeben. Zur Preisvergabe müsse gleich noch eine Jury benannt werden.

Ehrung für die RSB-Vizepräsidentin Süd, Manuela Göbel.

Weitere Anmerkungen galten dem RSB-Tag in Trier als Arbeitstag. Dort sei auch das neue Reisebanner vorgestellt worden. Erfreut zeigte er sich ebenso über den Olympic Day am 23. Juni 2016. Diese Veranstaltung habe die Deutsche Olympische Akademie am Sport- und Olympiamuseum in Köln initiiert. Hier sei der Bogensport positiv durch das Bogen-Team Cölln präsentiert worden.
Die bisherige Geschäftsführerin, Corrina Rosenbaum, habe aufgrund einer Mehrlings-Schwangerschaft im April 2016 ein Beschäftigungsverbot erteilt bekommen, so dass die folgenden drei Monate vom Geschäftsstellenpersonal in dankenswerter Weise mit abgedeckt worden seien. Seit dem 1. Juli 2016 konnte dann mit Uwe Pakendorf ein neuer Geschäftsführer einstellt werden.

Am 16. Juli 2016 habe man in Köln-Deutz für den Deutschen Schützenbund das Bundeskönigsschießen/-jugendkönigsschießen ausgerichtet. Hier dankte er insbesondere dem Deutzer Verein, Sabine Ley als Verantwortliche und ebenso auch den Stammheimer Schützen, die mitgeholfen hatten. Weitere Hinweise galten ebenso dem Team-Event sowie dem Rheinfels-Cup. Von dort habe man - wie auch besonders von den Firmen RHEINFELS, Krüger-Druck sowie  Fa. H&N - sehr tolle Preise erhalten. An diesem Tag erhielt auch jeder Landesverband das Acrylglasschild „Immaterielles Kulturerbe Schützenwesen“ vom DSB-Präsidenten überreicht. Willi Palm verwies darauf, dass auch die Vereine entsprechende Schilder über den DSB erwerben können.

Seine weiteren Informationen galten dem angenehmen Gespräch im NRW-Innenministerium am 28. Juli 2016, der Kooperation mit der Fachhochschule  für Ökonomie und Management in Essen, der Zusammenarbeit mit der Fa. JAKO sowie der Diskussionsrunde am 21. Oktober 2016 mit dem Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz und dem Waffenrechts-Fachmann, dem Rechtsanwalt Frank Göpper, in Ratingen zum Thema EU-Feuerwaffenrichtlinie.

Bei weitere Themen ging es u. a. um das Projekt „Schützen schützen den Wald“ der Jugend in Wermelskirchen am 22. Oktober 2016 sowie um die tollen Erfolge der Sportschützen bei den vorangegangenen Olympischen Spielen in Rio. Um die derzeitig positive Bewertung aus der Bevölkerung hochzuhalten, trafen sich kürzlich auf der RSB-Geschäftsstelle Vertretern der Industrie, der Landesverbände und des DSB zu diesbezüglichen Gesprächen.
Ferner wurde an drei DSB-Gesamtvorstandssitzungen sowie an drei Präsidententreffen der Landesverbände teilgenommen.
Insgesamt habe man in diesem Jahr landesverbandsseitig zwölf Präsidiumssitzungen anberaumt, die auch weiterhin öffentlich seien.
In einem abschließenden Ausblick auf das Jahr 2017 stellte der Präsident fest, dass der Mitgliederschwund gestoppt werden konnte. Man rechne mit über 1.500 neuen Mitgliedern. Dies sei positiv zu bewerten. Beabsichtig sei der weiterer Erhalt des RSB-Journals. Mit der Qualität könne man sich sehen lassen. Das Inserieren nehme erfreulich zu. Bei den Abonnements sei dies leider nicht der Fall. Auch werde der Internet-Auftritt des Verbandes verbessert. Angedacht sei für 2017 ein Fotowettbewerb mit Themen aus dem Schützenleben.

Im kommenden Jahr, so Willi Palm weiter, gehe man die Trennung zwischen Delegierten- und Schützentag an. Derzeit suche man für die Delegiertentagungen noch einen zentralen Ort, um dort jeweils zu tagen. Der lege wohl im Rhein/Sieg-Kreis. Dies müsse aber auch bezahlbar sein und genügend Sitz- und Parkplätze zur Verfügung haben. Der Schützentag fände 2017 in Grefrath statt.

Schatzmeister Heinz Markert erläutert den Haushalt.

Mit Ausnahme des Schatzmeisters Markert lagen dem Gesamtvorstand die Berichte aller weiteren Präsidiumsmitglieder, zum Teil mit mündlichen Ergänzungen, schriftlich vor und werden nun in einem der nächstmöglichen RSB-Journale entsprechend veröffentlicht.
Heinz Markert erläuterte u. a. die bisherige Handhabung bei Beitragsrückständen, dazu sei letztlich immer eine Firma beauftragt worden. Da dies aber mehrfach erfolglos ausgegangen sei, habe der Schatzmeister folgend das persönliche Gespräch mit den Vereinen gesucht und habe letztlich damit Erfolg gehabt. Diesen Weg möchte er nun beibehalten.
Hinweise gab es auch zum früheren Schatzmeister. Man habe die zu Recht bestehenden Ansprüche in Höhe von 30.000 € trotz seinerzeitigen Wunsch nicht zurückgezogen. Nun stehe die Zwangsversteigerung dieser Immobilie mit einem Verkaufswert von rund 89.000 € an. Da der Verband hinten anstehe, müsse überlegt werden, ggf. mit zu steigern um den offenen Betrag zu retten. Dies werde noch geklärt.

Wie immer gibt es Informationen zum Waffenrecht vom DSB-Vize Jürgen Kohlheim.

Nach der Aussprache zu den Berichten hatte DSB-Vizepräsident Jürgen Kohlheim das Wort. Er informierte zum Thema Reichsbürger, über den neuen Entwurf  zum Waffenrechts-Änderungsgesetz (die Neuregelung mache es nicht einfacher), zur EU-Feuerwaffenrichtlinie und zu den Schießbüchern.

Im Anschluss hieran berichtete Achim Veelmann über die vorangegangene Sitzung des DSB-Gesamtvorstandes in Wiesbaden. Hier ging es u. A. um die Themen wie DSB-Satzungsänderung (so konnte die NADA-Verbotsliste nicht verabschiedet werden, da die Übersetzung fehlte). Zum Antrag mehrerer Landesverbände auf Abschaffung einer Frauenbeauftragten (da Frauen in jedes Amt gewählt werden können), erfolgte eine mehrheitliche Zustimmung. Der Vergabe des Schützentages 2021 nach Gotha/TH wurde zugestimmt.

RSB-Vize Achim Veelmann.

Außerdem, so der Vize weiter, konnte den Ergänzungen zum Qualifizierungsplan und einer Änderung der Sportordnung auf Antrag des BA Bogen auf Klassenänderungen zugestimmt werden. Letztlich sei ein Arbeitsbereich Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet worden. RSB-seitig wurde hier Sportkamerad Göbel benannt. Außerdem gab es Hinweise zu den Finanzen, dem Ausbau des Bundesstützpunktes; zu den Bundesjugendspielen sowie einen Ausblick auf das Sportjahr 2017, zum DSB-Tag in Frankfurt 2017 (hier fahren 19 Teilnehmer hin) und zum Bundeskönigsschießen 2020 in Hamburg.

Über die Entwicklung des Haushaltes 2016 sowie über den Ausblick Haushalt 2017 referierte dann der Schatzmeister.

Nach Bearbeitung der Aufnahmen und Austritte von Vereinen gab es weitere Hinweise zur Mitglieder-Vereinsentwicklung. So verwies Willi Palm u. a. auf den anstehenden AK-Termin. Hier hoffte er auf entsprechende Impulse.

Das Präsidium informiert den GV.

Im folgenden Punkt ging es dann um die Zusammenarbeit mit den Fachverbänden der vom RSB belegten Bundesländer. Zum einen mit dem Fachverband Sportschießen Rheinland (RLP) und zum anderen mit der Fachschaft Sportschießen NRW. Zunächst einmal wurden auf die jeweiligen Strukturen verwiesen.

Der Leistungssportbeauftragte für Sportschießen des Landessportbundes für Rheinland-Pfalz, Vetter, war für diesen Sonntag entschuldigt.
Der Fachverband sei, so die erläuternden Hinweise, eine Untergliederung des LSB RLP und Geldgeber der Schützen. Von dort erhalte der RSB keine Gelder und man werde auch nicht beteiligt.
Über die Fachschaft NRW berichte der Fachschaftsvorsitzende NRW, Achim Veelmann, so sei am 5. Oktober 2016 die Eintragung der Satzung beim Amtsgericht in Dortmund erfolgt. Auf der kürzlich stattgefundenen Fachschaftvorstandssitzung, sei es dort u. a. um die Verteilung der Fördergelder für den Leistungssport in NRW gegangen; an den Entscheidungen sind beide Präsidien - WSB und RSB - beteiligt.

Der nächste Punkt behandelte das Thema LLZ Bad Kreuznach. Hierzu erfolgte eine perspektivische Betrachtung durch die Vizepräsidentin Süd, Manuela Göbel. Ergänzende Hinweise gab es durch den Präsidenten, so zu den Ursachen und den Auswirkungen. Göbel schilderte zunächst zusammenfassend den Werdegang der Anlage von der Vergangenheit bis hin zum Jahr 2014, über den Verein SG Bad Kreuznach 1847, über die Forderungen und Vorstellungen des Innenministeriums RLP sowie des Landesportbundes, der Gründung der SGs Bad Kreuznach 2014 sowie der finanziellen Schieflage. Bekannt seien finanzielle Altlasten von über 300.000 €.

Dann gab es Erklärungen zu den Gründen der vorläufigen Absage an das LLZ Bad Kreuznach von Seiten des RSB. Aufgrund der notwendigen hohen Investitionskosten, einer fehlender Betriebserlaubnis, belastbaren Nachweisen von betriebswirtschaftlichen Zahlen und vorhandener Altlasten habe das RSB-Präsidium beschlossen, sich daraus zurückzuziehen. Es folgte der Hinweis, dass man nichts Unversucht gelassen habe - so auch die Einbeziehung der politischen Schiene. Hierzu habe es drei Gespräche gegeben. Es scheiterte nicht zuletzt daran, dass die RLP-Sportverbände eine autonome Stellung hätten.
Hinzu komme, dass der Fachverband Rheinland in Rheinland-Pfalz als der zuständige Sportfachverband für den Leistungssport angesehen werde. Die tatsächliche Situation, dass der RSB für den Leistungssport im Gebiet Süd/RLP zuständig sei, werde ignoriere.
Viele Gespräche hätten aufgezeigt, dass doch große Teile der im nördlichen Bereich des Südens ansässigen Vereine beim RSB verbleiben möchten und eine Abtrennung vom RSB als nicht notwendig ansehen würden.
Der DSB werde derzeit nichts unternehmen, so der DSB-Vize Recht; ob allerdings ein neuer Verband vom DSB anerkannt würde, müsste zur gegebenen Zeit eingehend geprüft werden. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die vor ca. drei Jahren passierten Umstände.
Das Thema werde aber nochmals gemeinsam angegangen, und einige Protagonisten aus dem Gebiet Süd zu einem Gespräch eingeladen.
Darüber hinaus will man den Sachverhalt in der nächstmöglichen Ausgabe des RSB-Journals und auf der Homepage klarstellen.

Dr. Reinhard Strey.

Zum Thema Bleibelastung auf Schießständen hatte das Präsidium den Sportkameraden Dr. Reinhard Strey, St. Augustin, eingeladen. Der Internist und Sportmediziner Dr. Strey ist u. a. auch Betriebsarzt des RSB. Er referierte äußerst spannend über die Problematik „Blei auf Schießständen“. Hier berichtete er anschaulich über verschiedene Fälle bei Sportschützen mit entsprechenden Intoxikationen durch mangelnde Sorgfalt beim Umgang mit Blei und fehlender Beachtung der Hygiene. Auch spiele eine unzureichende Be- und Entlüftung der Schießanlage eine große Rolle. Beispielhaft nannte er den Fall eines Wiederladers mit exorbitanten Bleibelastungswerten. Auch hierüber mehr in einem der kommenden RSB-Journale.(Geplant sind auch weiterführenden Informationen des Arztes zu diesem interessanten Thema.)

Es folgten Hinweise und Erläuterungen zum Thema Bezirksjugendlehrgänge durch Achim Veelmann in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Fachschaft Sportschießen NRW unter zu Hilfenahme einer Leistungspyramide. Hierbei nannte er die diesbezüglichen  Kriterien. Und falls es keine Bezirksjugendlehrgänge gebe, so der Hinweis, würden die Fördergelder gestrichen. Daher bat er nochmals eindringliche die Bezirksvorsitzenden auf ihre Jugendleiter einzuwirken. Er nannte abschließend die Bezirke wo solche Lehrgänge noch ausstehen würden.

Folgend kam man zu den RSB-Schützentagen. Hier konnte Achim Veelmann als Vorsitzender des AK zunächst einmal über den anstehenden Schützentag 2017 in Grefrath berichten. Geplant sei am 21.04.2017 nach der Präsidiumssitzung ein Empfang beim dortigen Bürgermeister mit Bannerübergabe und folgenden Kameradschaftsabend. Samstags dann Festakt mit Festrede und Ehrungen, Proklamation der Landeskönige, Festumzug, Schützenbiwak und abschließenden Festabend. Weitere Hinweise gab es dann zu den Schützentagen ab 2018. Für 2018 und 2019 gebe es noch keine Bewerber. Für die Delegiertentagungen suche man noch eine zentrale Tagungsstätte. Auch habe aus Termingründen der AK Schützentage noch nicht getagt.

Durch den TOP DSB-Strukturen führten Willi Palm und Landessportleiter Norbert Zimmermann. Zur Strukturanalyse verwies Palm auf die Schwachstellensuche im DSB. Daher sei die Gliederung der Landesverbände nicht der Schwerpunkt. Hier ginge es nun mehr um eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und organisatorische Verbesserung der Zusammenarbeit.

Zimmermann sprach  dann die geplante Neuordnung bei den Deutschen Meisterschaften mit Anpassung der Sportordnung - einschließlich einer Reduzierung der Anzahl von Deutschen Meistertiteln sowie einer Anpassung von Altersklassen an. Hierbei musste er feststellen, dass offensichtlich wohl einige dieser Punkte bereits ohne den Bundesausschuss Sportschießen durch den DSB-Gesamtvorstand abgehandelt worden seien. (Zu diesem Thema werden zur gegebenen Zeit vermutlich ergänzende Informationen von Seiten der Sportleitung erfolgen.)

Es folgten Informationen durch den Geschäftsführer Uwe Pakendorf zum Versicherungsthema für die Vereine. Hier werde zurzeit eine Broschüre erstellt. Bei einem weiteren von ihm vorgetragenen Thema ging es dann um Sponsoring. Auch darüber später mehr.

Im Anschluss hieran stand das Thema Personelles auf der Agenda. Bezüglich des Ehrenamtes verwies der Präsident darauf, dass insbesondere im Jugendbereich entsprechende Mitarbeiter fehlen würden. Ergänzende Hinweise gab es zu den Besetzungen von Ausschüssen sowie zu den hauptamtlichen Mitarbeitern.

Auch wurde über die Entsendung einer Abordnung zum anstehenden Deutschen Schützentag in Frankfurt/M informiert und abgestimmt.

Und einstimmig wurde folgend beschlossen, die noch freien Grundstücksteile rund um der Geschäftsstelle, ca. 178 qm, nach nun erfolgtem Ablauf der Sperrfrist, vom SV Trompete zu erwerben.

Mit den Punkten Kooperation mit der FOM-Hochschule, dem 150-jährigen RSB-Jubiläum im Jahre 2022 sowie die Behandlung verschiedenster Anträge (so können nun auch die Kreisjugendmajestäten am Landesjugendkönigsschießen teilnehmen und der GV einigte sich über die Änderung der Ordnung für die Gebiete, Bezirke und Kreise), konnte die Sitzung mit dem Punkt Verschiedenes abgeschlossen werden.



Autor: K. Zündorf
Datum: 23.11.2016

 

Quicklinks

  • Aus- und Fortbildungskalender
  • Vereine im RSB
  • RSB-Journal
  • Ergebnis-Datenbank Landesverbandsmeisterschaften
  • RSB 2020
  • RSB-Newsletter
  • RSB-Shop
  • RSB-JAKO-Shop
  • RSB-Druckerei

Deutscher Schützenbund

http://www.dsb.de

Partner und Sponsoren