Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Forschungsprojekt: Erfolg in Studium und Beruf dank sportlicher Kompetenzen

Rheinischer Schützenbund und Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) unterzeichnen Kooperationsvereinbarung
Die positiven Auswirkungen von Sport auf die körperliche Gesundheit und die Psyche sind allgemein bekannt und wissenschaftlich belegt. Welchen Anteil sportlich erworbene Kompetenzen am Erfolg in Ausbildung, Studium und Beruf haben, ist eine Fragestellung, die weitergehend wissenschaftliches Neuland ist. Insbesondere der Schießsport fördert einerseits sportliche Kompetenzen wie Konzentration, Feinmotorik, Teamfähigkeit und Fair Play sowie andererseits Fähigkeiten wie gutes Kommunikationsverhalten und Selbstbewusstsein.

In der bildungspolitischen Debatte der Bundesländer und auch auf Bundesebene wird immer stärker darauf gesetzt, dass schulische wie auch außerschulische Qualifikationen ausgebaut und besser dokumentiert werden sollen. Insbesondere bei akademischen Ausbildungsgängen wird seitens Wirtschaft und Verwaltung zunehmend darauf gesetzt, dass die Absolventen neben ihren universitär erworbenen Fähigkeiten auch außeruniversitäres Engagement und darauf resultierende Fähigkeiten belegen können. Insbesondere der sportliche Bereich vermittelt zahlreiche soziale, körperliche und geistige Fähigkeiten, die jedoch im beruflichen Alltag und bei Bewerbungen mangels wissenschaftlicher Untermauerung häufig nur nachrangig berücksichtigt werden.

Genau in diese Lücke wollen der Rheinische Schützenbund (RSB) und die Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) vorstoßen. Ende vergangenen Jahres unterzeichneten Präsident Willi Palm gemeinsam mit Vizepräsident Achim Veelmann eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit Deutschlands größter Fachhochschule, die durch Prorektor Prof. Dr. Stefan Heinemann in den Räumlichkeiten der RSB-Geschäftsstelle paraphiert und später durch FOM-Geschäftsführer Dr. Harald Beschorner und Rektor Prof. Dr. Burghard Hermeier gegengezeichnet wurde.

Mit Hilfe der vereinbarten Studie soll nachgewiesen werden, ob und in welcher Form eine Betätigung in einem Schießsportverein den Umgang mit anderen Menschen messbar fördern kann. Im Besonderen soll der Frage nachgegangen werden, ob das Agieren in den Netzwerkstrukturen von Schießsportvereinen einen informellen Erwerb von „sozialer Networking-Kompetenz“ nach sich zieht: Networking beschreibt dabei Verhaltensweisen, die Personen zum Aufbau, zur Pflege und zur Nutzung sozialer Beziehungen in unterschiedlichen Kontexten zeigen und von denen ein positiver Einfluss auf den beruflichen Erfolg vermutet wird.

Die 1.000 Vereine des Rheinischen Schützenbundes mit ihren aktuell 73.000 Mitgliedern stellen laut Bekunden der FOM eine hervorragende Grundlage für die Erstellung der Studie dar. Die Struktur der Vereine im Rheinischen Schützenbund mit ihrem sportlichen und traditionsgebundenen Hintergrund stellen sowohl unter sozio-kulturellen wie auch sportlichen Gesichtspunkten eine interessante Zielgruppe dar.

Schießsportvereine haben seit je her nicht nur die Aufgabe, sportliches Wissen und Spaß zu vermitteln, sie haben auch einen Bildungsauftrag. Praktische Erfahrungen legen nahe, dass die sportliche Vereinsarbeit soziale und kommunikative Kompetenzen vermittelt, die im Besonderen junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt. Solche „informell erworbenen Kompetenzen“ sind wichtige Bausteine einer gesellschaftspolitisch angestrebten Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bereichen des Bildungs- und Wirtschaftssystems. Mit Hilfe breit aufgestellter (hoch-)schulischer und ehrenamtlicher Qualifikationen ist es einerseits Stellenbewerbern einfacher möglich, in unterschiedliche Berufsfelder vorzustoßen und stellt für Wirtschaft und Verwaltung eine geeignete Möglichkeit dar, den Pool von Begabungsreserven in Zeiten knapper Arbeitsmarktressourcen zu vergrößern. Derzeit mangelt es allerdings in der Praxis an einer entsprechenden Dokumentationsgrundlage, die von Arbeitgebern als Beleggrundlage qualitätsgesichert angerechnet werden.

Bereits während der Deutschen Meisterschaften 2016 in München wurde eine Befragung der zahlreich vertretenen Sportler des Rheinischen Schützenbundes gestartet. Mit 140 Rückmeldungen wurde bereits ein guter Grundstein für die Erstellung der Studie gelegt. Im Jahr 2017 wird die Befragung der Vereine in eine nächste Phase eintreten. Entsprechende Informationen werden über die Homepage des Rheinischen Schützenbundes und über das RSB-Journal veröffentlicht.

 

 

 



Autor: U. Pakendorf
Datum: 16.01.2017

 

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