Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Frühjahrsssitzung des RSB-Gesamtvorstandes

Der Gesamtvorstand während der Aussprache.

Am 19. März 2017 trafen sich die Mitglieder des RSB-Gesamtvorstandes zu ihrer alljährlichen Frühjahrssitzung in den Schulungs- und Sitzungsräumen des Landesverbandes in Leichlingen. Da alle Gesamtvorstandsmitglieder frühzeitig angereist waren, konnte Präsident Willi Palm die Sitzung pünktlich um 10 Uhr eröffnen. Um, wie er hierzu feststellte, nun in die überschaubare Tagesordnung (immerhin doch 21 Punkte) einzutreten.

Nach Abhandlung der üblichen Sitzungsregularien, Vorstellung und nachfolgende einstimmige Bestätigung der in der letzten Sportausschusssitzung neugewählten beiden stellvertretenden Landesportleiter (und damit auch neu im Gesamtvorstand), Hans Pohl und Wilfried Schneider, sowie Begrüßung der Gäste, so DSB-Vizepräsident Jürgen Kohlheim, übernahm das kooptierte Präsidiumsmitglied Kai Bolten die weitere Sitzungsleitung.

Ehrung für Werner Jungblut.

Zuvorderst wurde aber erst einmal durch den RSB-Vizepräsidenten und Gebietsvorsitzenden Nord, Achim Veelmann, eine Ehrung auf Gebietsebene nachgeholt. So erhielt der langjährige Vorsitzende des Bezirks 04, Werner Jungblut, das Ehrenkreuz des Deutschen Schützenbundes in Bronze verliehen. Der Präsident gratulierte herzlichst.

Zu den bereits anlässlich der Herbstsitzung am 20. November 2016 vorgelegten Berichte der Präsidiumsmitglieder erfolgten an diesem Tag nur vereinzelt weitere mündliche Ergänzungen.
(Alle Berichte 2016 sollen zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam gesondert veröffentlicht werden.)

Zunächst sprach der Präsident verschiedene anstehende Projekte an, u. a. den geplanten Fotowettbewerb zum Thema Öffentlichkeitsarbeit. Auch konnte er über eine erfreuliche Zunahme der Mitgliederzahlen, hierunter auch viele Jugendliche, berichten. Wichtig sei aber, dass man den derzeitigen Bestand halte - darum führe man verschiedene kleine Maßnahmen durch.

Das Präsidium informiert.

Leider ständen im ehrenamtlichen Bereich nun einige Vakanzen an. So habe sich der Lehrausschussvorsitzende Karl Krapp zurückgezogen, ebenso der für das Waffenrecht und Schießstandbau zuständige Referent Hartmut Faulstich. Dazu käme noch der langjährige frühere Landesjugendleiter und jetzige Vorsitzende des Ehrungsausschusses, Wim Schmitz.

Entsprechende Nachfolger müssten alsbald gefunden werden. Zurzeit bearbeite das Präsidium jedoch die Arbeit des Lehrausschussvorsitzenden mit. Auch sorge das Waffenrecht für viele Probleme, gebe es doch hier sehr viele Rückfragen. Daher sei man froh, den DSB-Waffenrechtsexperten Jürgen Kohlheim als Berater zu haben. Im Jugendbereich fehle derzeit auch ein Ansprechpartner für das Gebiet Süd.

Ihm sei nicht Bange um den Verband, so der Präsident abschließend, aber er stelle sich doch immer wieder die Frage, wie man alles hin bekomme, insbesondere wenn es Ausfälle im ehrenamtlichen Bereich gebe?

Vize Nord, Achim Veelmann, berichtete zunächst einmal über die kürzlich stattgefundene Gebiets-Delegiertenversammlung sowie über bestehende Probleme bei der Abnahme von Vogelschießständen.

Seine weiteren Informationen galten dann folgend der vorangegangenen Sitzung des DSB-Gesamtvorstandes am Vortag in Wiesbaden. So habe dort u. a. der Ehrungsausschuss über die vorgesehenen Ehrungen anlässlich des kommenden Deutschen Schützentages in Frankfurt/M. sowie zur neu aufgestellten Ehrenordnung berichtet. Folgend sei der aktuelle NADA-Code angenommen und die vorgelegten Anträge aus den Reihen der Landesverbände behandelt worden. Ein weiteres Thema sei das Waffenrecht sowie eine Richtlinie bezüglich verantwortlicher Aufsichten gewesen. Auch hätten die Rechnungsprüfer über ihre Arbeit berichtet. Die Finanzen des Bundesverbandes seien im Übrigen bestens in Ordnung. Auch sei man auf den neuesten Stand bezüglich des Bauverlaufs des neuen Bundesleistungszentrums gebracht worden. Ebenso habe der DSB einen Mitgliederzuwachs in Höhe von 9.000 Mitgliedern vermelden können. Im vorgetragenen Sportbericht sei es u. a. um die vorangegangene EM in Maribor, zum Weltcup in Neu Delhi/IND mit Amelie Kleinmanns und zur EM Bogen-Halle gegangen.

Erfreut zeigte sich Veelmann hierbei über das erfolgreiche Abschneiden unserer rheinischen Nationalkaderangehörigen bei der EM. So kämen vier der zwölf Sportler aus dem Rheinland, die darüber hinaus mit 1 x Gold mit der LG-Juniorinnenmannschaft und 1 x LG-Einzelbronze (jeweils durch Anne Janshen)  sowie mit 1 x Bronze mit der LG-Herrenmannschaft (durch Robin Zissel) überaus erfolgreich abgeschnitten hätten.

Laut des Vizepräsidenten Sport sei allerdings eine DM Bogen 3D noch nicht ganz gesichert. Bis zum Jahr 2020 werde der DSB keine neuen Disziplinen einführen. Zukünftig werde es im Rhythmus der olympischen Spiele nur noch alle vier Jahre Änderungen geben. Eine neue Sportordnung sei ab der diesjährigen DM Allgemein in München-Hochbrück erhältlich. Neue Teile gebe es zum Flintenteil (3), Bogenteil (6) und zum Sommer-Biathlon (8/Target Sprint). Ebenso übernehme der DSB die neue ISSF Finalregelung und es gebe Änderungen im Teil 10 der neuen Sportordnung. Mit jeweils über 1.000 Zuschauern hätte es eine sehr gute Zuschauerbeteiligung bei der Hallen-DM und beim Bundesligafinale in Wiesbaden gegeben.
Außerdem müsse laut DOSB eine professionelle Sportführung eingeführt werden.

Veelmann schloss mit Informationen über den entwickelten Ethik- und Toleranz-Code, zu Tradition und Brauchtum sowie zur Bildungs- und Verbrauchsentwicklung. Aufgrund nur geringer Anmeldungen sei ein Seminar zur Multiplikatoren-Ausbildung zurückgestellt worden. Von der DSB-Jugend sei ein Flyer für das Lichtschießen entwickelt worden. Außerdem sei eine DM Lichtschießen geplant. Auch wurde die Jugendordnung überarbeitet

Anlässlich der GV-Sitzung hätten sich auch, so Achim Veelmann fortfahrend, die beiden Kandidaten für die Wahl zum DSB-Präsidenten vorgestellt. Heinz-Helmut Fischer wird nicht mehr kandidieren. Antreten werden der Hessische Präsident Hans-Heinrich von Schönfels sowie der 2. bayerische  Landesschützenmeister Jürgen Sostmeier.

DSB-Vize Jürgen Kohlheim berichtet über den letzten Stand beim Waffenrecht.

Auch gab es ausführliche Informationen zum Waffenrecht durch Jürgen Kohlheim. Thema waren hier u. a. die EU-Feuerrichtlinie, die nach dem vorangegangenen Beschluss des Europäischen Parlaments vom 14. März 2017 nun abschließend noch vom EU-Ministerrat zugestimmt werden muss um abschließend, nach Amtsblattveröffentlichung, dann in Kraft treten zu können. Für die nationale Umsetzung habe die Bundesregierung dann 15 Monate Zeit. Vorab hatte der DSB-Vize nochmals an den bisherigen Werdegang erinnert.

Letztlich sind wohl viele schlechte Vorschläge weggefallen und Regelungen gefunden worden, die den Sportschützen und Jägern weiterhin den Besitz der erforderlichen Waffen ermögliche.

Weitere Hinweise galten dem Entwurf des nationalen Waffenrechts. Hier gebe es die Forderung des Bundesrates, dass der Verfassungsschutz beteiligt werden müsse. Folgend informierte Kohlheim auch über die Berichterstatter der einzelnen Parteien. Bekanntlich seien insbesondere Grüne und Linke gegen uns Schützen eingestellt. Hier habe es aber auch an der nötigen Sachkenntnis gefehlt. Letztlich gab der DSB-Vize noch Erläuterungen und Hinweise zum geplanten Besitzstand von A- und B-Schränken, zu Anträgen aus den Bundesländern aus Hessen und Bremen und zur Lärmschutzverordnung.

Die Vizepräsidentin Mitte, Sabine Ley, hatte keine Ergänzungen zum letzten Bericht vorzutragen und Präsident Palm verlas folgend den Bericht der Vizepräsidentin Süd, Manuela Göbel, die wegen Urlaubs entschuldigt war.

Schatzmeister Heinz Markert erläutert das Zahlenwerk.

Landesschatzmeister Heinz Markert machte sich derweil weiterhin große Sorgen um den Erhalt des noch offenen Forderungsbetrags des Verbandes an den früheren Schatzmeister in Höhe von noch rund 39.000 €. Er ging deshalb nochmals das Thema an, dass sich der Verband möglichst an dem anstehenden Zwangsversteigerungsverfahren der Immobilie Kassel mit einem Verkehrswert von 89.000 € beteiligt. Das Mindestgebot beim 1. Termin betrage sieben Zehntel der Summe, also 62.300 €. Nach Diskussion über das für und wider kam man überein, nach der Pause über einen entsprechenden Antrag des Schatzmeisters zu befinden.

Sportleiter Norbert Zimmermann bat darum seine Informationen an die Bezirke und Kreise auch an die Vereine weiterzuleiten, denn es könne nicht angehen, dass ein Gast von sich aus auf der Sportausschusssitzung erscheine, um sich persönlich zu informieren. Auch sei er immer wieder aus dem Bezirk 04 angeschrieben worden. Er hoffe, dass das Problem geklärt werden konnte.

Und auch die Landesdamenleiterin hatte keine Ergänzungen. Verwies aber auf die anstehende Sitzung des Frauenausschusses.

Landesjugendleiter Volker Blastik erinnerte an die anstehende 2. Schützenwald-Pflanzaktion der Jugend am 1. April 2017 und bat um rege Teilnahme. Weitere Hinweise galten dem Lichtschießen.

Gustav Hensel berichtete nochmals über den ausgelobten Förderpreis Tradition und Brauchtum, an dem sich lediglich vier (4) Vereine beteiligten. Die für 2017 geplante zweite Aktion soll daher um ein Jahr ausgesetzt werden. Weitere Information gebe es am Schützentag.

Kai Bolten gab folgend einige ergänzende Hinweise zur geplanten Internetpräsenz. Der zuvor genannte Zeitplan sei allerdings zu ambitioniert gewesen. Zwischenzeitlich sei man mit mehreren Anbietern in Verbindung getreten. Die Ausschreibung erfolge in 4/2017. Die Umsetzung dauere dann rund drei Monate. Neben den technischen ständen aber ebenso redaktionelle Arbeiten an. Anfang 2018 stehe alles. Weitere Auskünfte galten der Satzungsänderung. Ein Entwurf sei erstellt.

Die neuen GV-Mitglieder Hans Pohl und Wilfried Schneider.

Der Bericht des Geschäftsführers Uwe Pakendorf lag in schriftlicher Form vor. Hier ging es u. a. um Personalangelegenheiten, Verbandsschulförderung und Neuanschaffungen für das Schulungszentrum, Erstellung einer Richtlinie zum Thema Waffenbefürwortung und dem neuen JAKO-Partner Suissetech Service GmbH & Co KG für die Verbandsbekleidung.

Weitere Punkte beinhalteten die neue Versicherungsbroschüre in der umfassend alle Versicherungsleistungen dargestellt wurden sowie die erweiterten Konditionen der Kfz-Zusatzversicherung.
Sein besonderer Hinweis galt dem Start der neuen RSB-Aktion: Wir sind Mehrwert (mehrwert).

Im Folgenden kam man dann zur Aussprache bezüglich der einzelnen Berichtspunkte.

Nach der Pause stimmte der Gesamtvorstand zunächst über das erst am Vormittag vorgelegte Protokoll ab. Die Zustimmung erfolgte ohne Gegenstimme und bei drei Enthaltungen einstimmig.

Zum Thema Beteiligung des Verbandes an der Zwangsversteigerung zeigte sich der Gesamtvorstand in seiner Mehrheit grundsätzlich einverstanden sich an diesem 1. Termin zu beteiligen. Dazu muss aber der Schatzmeister noch einen entsprechenden Antrag formulieren und dem Gesamtvorstand zur Abstimmung vorlegen. Auch hierzu erfolgte eine mehrheitliche Zustimmung.

Nachfolgend erläuterte der Schatzmeister mittels PowerPoint zunächst unter Punkt 5 die Entwicklung des Haushalts 2016 sowie folgend unter Punkt 6 das Zahlenwerk zum Nachtragshaushalt 2017.
Auch an dieser Stelle wurde nochmals auf den positiven Trend beim derzeitigen Mitgliederbestand hingewiesen.

Markert stellte dann zum Abschluss seiner Ausführungen eine solide Kassenlage fest, auf der man in den nächsten Jahren aufbauen könne, damit der RSB weiterhin Bestand habe.

Der Gesamtvorstand genehmigte dann den Haushalt 2016 sowie den Nachtragshaushalt 2017 einstimmig.

Im Anschluss hieran dankte der Präsident Schatzmeister Markert für seine Arbeit. Sein weiterer Dank galt hier aber ebenso der früheren Geschäftsführerin Corinna Rosenbaum wie dem neuen Geschäftsführer Uwe Pakendorf.

Bei den folgenden Tagesordnungspunkten ging es dann um Aufnahme und Austritte von RSB-Vereinen, der Mitgliedervereinsentwicklung sowie der Zusammenarbeit mit dem Fachverband Sportschießen Rheinland sowie der Fachschaft Sportschießen NRW. Zum letzteren Punkt gab es einige Anmerkungen von Willi Palm bzw. von Achim Veelmann.

Weiter ging es mit den Punkten Struktur RSB/DSB, Versicherungen, Sponsoring und Personelles.
Hier wurde zunächst einmal der Verlegungsgrund des kommenden GV-Termins auf den 15. Oktober 2017 mit der Bundestagswahl begründet, da die Geschäftsstellenräume dann als Wahllokal genutzt werden.

Für den 26. November 2017 ist dann die Delegiertentagung in Ransbach-Baumbach geplant. Angestrebt wird, dort auch zukünftig die alljährliche Delegiertentagung abzuhalten. Beim kommenden Delegiertentag soll auch der neue Satzungsentwurf vorgelegt werden. Der Schützentag 2018 ist ein kleiner Schützentag, erst 2019 steht dann wieder ein großer Schützentag an. Wegen des Satzungsentwurfs soll am 17. Juni 2017 auch eine Informationsveranstaltung für den GV angesetzt werden.

Der DSB strebe eine Strukturanalyse an, da es nicht nur regionale Probleme gebe. Aber dies treffe nicht nur auf die Strukturen der Landesverbände zu sondern betreffe auch die Strukturen der Mitglieder.

Bezüglich des Sponsorings werde eine neue  Sponsorenwand erstellt, da die Verträge bezüglich der alten Wand abgelaufen seien. Insgesamt wolle man sich auch breiter aufstellen. Bei der Werbung habe man einen 23-prozentigen Zuwachs zu verzeichnen.

Im ehrenamtlichen Bereich müssten – wie bereits berichtet – verschiedene Ämter neu besetzt werden. Ansonsten drohe ein Qualitätsverlust. Bezüglich der Hauptamtlichkeit gebe es keine Neuerungen.

Folgend kam man zum anstehenden Schützentag 2017 in Grefrath am 21. und 22. April. Das  Programm wurde verteilt. Achim Veelmann informierte nochmals über den Ablauf an den beiden Tagen. Insbesondere wurde nochmals um eine entsprechende Beteiligung der Vereine am Festumzug gebeten.

Weitere Punkte zu diesem Thema waren nochmals die Delegiertenversammlung 2017, der Arbeitskreis Schützentage und die Schützentage ab 2018.

Laut Geschäftsführer seien die Vorbereitungen für den DSB-Schützentag 2017 in Frankfurt/M  abgeschlossen.

Folgend kam man zum Grundstücksankauf vom SV Trompete Leichlingen. Die Grundstücksgrenzen wurden per PowerPoint aufgezeigt und der Verlauf der Parzelle erläutert. Hinweise gab es auch zum Ankauf des Einfahrtbereichs, zur Zugangsbaulast und zu den Gebühren. Der Kauf wurde einstimmig beschlossen.

Die Kooperation mit der FOM wurde zwischenzeitlich beschlossen. Leider gestalte sich die Kooperation etwas schwierig. Dies werde aber noch bis zum Schützentag geklärt werden können.

Der TOP 18, Schützenvereine ohne Extremisten, musste entfallen, da der Vertreter des Verfassungsschutzes abgesagt hatte.

Es folgten dann einige kurze Erläuterungen zum kommenden Jubiläum 150 Jahre RSB.

Nach den Punkten Anträge sowie Verschiedenes konnte dann die sonntägliche Sitzung beendet werden.

Behandelt wurden zuvor aber die Anträge aus der letzten Sportausschusssitzung (einstimmig), die Neufassung der beiden Ligaordnungen (einstimmig) sowie der Antrag des Präsidiums auf Aussetzung des Ausschusses Tradition und Brauchtum (einstimmig).

Ausführlichere Informationen zu diesem Tag folgen wie gehabt dann in der nächst möglichen Ausgabe des RSB-Journals.



Autor: K. Zündorf
Datum: 20.03.2017

 

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