Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Finanzlage des RSB – Rückblick auf den RSB-Tag

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Mit dieser Vorabinformation möchten wir unsere Mitglieder über die Finanzlage des RSB auf dem Laufenden halten.

Nachfolgend geben wir allen unseren Mitgliedern die protokollierten Informationen vom RSB Schützentag in Dormagen wieder. Ab sofort werden Sie auch regelmäßig über den weiteren Fortgang des Verfahrens unterrichtet.



Schatzmeister (Haushaltsrechnung 2010) und Rücktritt von Schatzmeister J. Kassel


Geschäftsführer Knot ging auf die finanzielle Situation des Verbandes ein. Er bezeichnete dies als schwierige Aufgabe, die Marketing GmbH sei von den Unregelmäßigkeiten nicht betroffen. Die Zahlen seien im RSB-Journal 03/2011 veröffentlicht und die Unterlagen seien geprüft worden. Die aufgelisteten Kosten des Verbandes seien real, wogegen das Vermögen jetzt nur noch virtuelle Buchwerte darstelle. Die Gelder des Verbandsvermögens seien für den Verband nicht verfügbar, da diese vom ehemaligen Schatzmeister Kassel auf seinen eigenen Namen angelegt und dann als Sicherheit verpfändet worden seien.

Dem Verband ständen für den Haushalt 2011 zurzeit nur 140.000 € zur Verfügung, im Laufe des Jahres würden noch 160.000 bis 170.000 € zufließen. Man müsse jetzt schon über den Haushalt 2011 reden, eine endgültige Entscheidung solle auf einem außerordentlichen Delegiertentag im 4. Quartal 2011 getroffen werden. Die vorläufige Überprüfung der Buchungsvorgänge durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Treuhand habe einen Gesamtbetrag von ca. 312.000 € in den Jahren 2005 bis 2010 ergeben, zusätzlich kämen noch Beträge aus 2011 hinzu.

Man müsse sich nun darüber klar werden, wie es weiter gehe, und realistische Lösungen erarbeiten. Abgeschlossene Versicherungen würden die nicht verfügbaren Gelder teilweise abdecken. Wichtig seien die Verabschiedung eines Nothaushaltes und die Umsetzung der geplanten Beitragserhöhung, wenn vielleicht auch nur befristet, denn der Verband brauche das Geld. Knot appellierte an das Engagement aller, um diese schwierige Situation für den Verband zu überwinden.

Als Geschäftsführer der Marketing GmbH meldete sich Ehrenpräsident Hogrefe zu Wort. Er selbst warf sich vor, auch im Bereich der Marketing GmbH vielleicht zu gutgläubig gewesen zu sein und zu wenig überprüft zu haben. Allerdings seien die Zahlen erklärbar gewesen. Das gewährte Gründungsdarlehen sei an den Verband komplett zurückgezahlt worden, 2010 habe man mit einem leichten Verlust abschließen können. Für 2011 gebe es ein gutes Polster, er rief alle Mitglieder auf, ihren Bedarf bei der Marketing GmbH zu decken.

Bericht der Rechnungsprüfer und Entlastungsantrag für das Präsidium

Kassenprüfer Bernd Schäper berichtete über die erfolgte Prüfung der Jahresabschlüsse der Haupt- und Jugendkasse und der Marketing GmbH, wobei letztere wie in den vergangenen Jahren nur inoffizielle geprüft worden sei. Die Zahlen seien im RSB-Journal 03/2011 veröffentlicht worden. Die Prüfung sei stichprobenartig erfolgt und habe auch die Prüfung auf Ordnungs- und Zweckmäßigkeit eingeschlossen.

Für die Hauptkasse des RSB konnten nicht alle Vermögenswerte belegt werden, es habe illegale Transaktionen zwischen den Konten des RSB und des Privatmanns Kassel gegeben. Das Präsidium und der Geschäftsführer seien über die Umstände informiert. Bei der Jugendkasse habe es keine Beanstandungen gegeben. Schäper beantragte, dem ehemaligen Schatzmeister Kassel keine Entlastung zu erteilen.

Zum Thema Beitragserhöhung sagte er, die Mindestkosten sollten nicht durch Auflösung von Rückstellungen abgedeckt werden. Er empfahl die Annahme des Antrags des Präsidiums auf Beitragserhöhung.

Zum Schluss bedankte sich Schäper in Namen aller Kassenprüfer für die Arbeit der Verantwortlichen, wobei er den ehemaligen Kassenprüfer Kassel explizit ausschloss.

Aussprache über die Berichte

In einer angeregten Diskussion gab es eine Vielzahl von Wortmeldungen, deren Inhalt nachfolgend zusammengefasst wiedergegeben werden soll.

Delegierter Markert bemängelte, dass die einzelnen Zahlen in der Vermögensaufstellung und der Aufwands- und Ertragsrechnung zu wenig aufgeschlüsselt seinen. Auch seien die Kassenprüfer bezüglich der Veruntreuung von Geldern mit im Boot. Er unterstützte den Vorschlag für eine außerordentliche Delegiertenversammlung. Als Möglichkeit zur kurzfristigen Behebung der Probleme nannte er die leihweise Überlassung von Geldern durch die Mitgliedsvereine. Geschäftsführer Knot stellt klar, dass die Fehlbeträge nicht gegen die Kosten gebucht worden seien, es habe nur unberechtigte Umbuchungen auf der Geldseite gegeben.

Delegierter Uli Müller regte ggf. eine Einzelentlastung des Präsidiums an, wenn die Aufgabenzuordnung klar definiert sei und dies sei im RSB der Fall. Auf seine Frage wurde ihm vom Geschäftsführer bestätigt, alle Gläubigerrechnungen seien bezahlt. Müller forderte weiter, der Schatzmeister sollte auch nicht der Steuerberater des Verbandes sein. Diesem stimmte Geschäftsführer Knot zu. In Zukunft werde der Schatzmeister nur noch eine Kontrollfunktion haben, die Steuerberatung werde durch ein unabhängiges Steuerberatungsbüro gemacht. Ebenfalls werde man das Online-Banking einführen, was eine bessere Kontrollmöglichkeit mit sich bringe.

Ehrenpräsident Hogrefe sagte, keiner könne sich ganz frei sprechen. Es müsse in Zukunft wieder einen Jahresabschluss und einen Haushaltsvoranschlag gemeinsam durch das gesamte Präsidium geben, wie es auch die Satzung fordere. Man müsse sich bemühen, mit klaren Wegen aus der Krise zu kommen. Dazu müssten sich alle Gremien Gedanken machen, denn alle säßen im gleichen Boot. Leider sei in der Vergangenheit das 4-Augen-Prinzip nicht konsequent umgesetzt worden. Auch er befürworte eine außerordentliche Delegiertenversammlung und ggf. eine stufenweise Beitragserhöhung.

Geschäftsführer Knot sagte, man habe eine Vertrauensschadenshaftpflichtversicherung und diese möchte zuerst Gespräche mit J. Kassel führen. Weiterhin gibt es eine D&O-Versicherung, wobei allerdings noch nicht ganz klar sei, ob diese einspringen werde. Auf jeden Fall werde sich der Verband rechtliche Schritte gegen J. Kassel vorbehalten. Diese würden zurzeit geprüft.

Delegierter Lauterwasser beantragte, dem Präsidium keine Entlastung zu erteilen. Delegierter Naxus merkte an, für ihn gebe es noch zu viele Unklarheiten. Er erwarte eine Aufklärung eine Strafanzeige gegen J. Kassel. Er befürwortete ebenfalls eine außerordentliche Delegiertenversammlung.

Das Präsidium verzichtete auf eine Entlastung zu dem jetzigen Zeitpunkt und beantragte die Durchführung einer außerordentlichen Delegiertenversammlung im 4. Quartal 2011, auf der auch über die Entlastung des Präsidiums für 2010 abgestimmt werden sollte. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Diese ist die Wiedergabe der Informationen, die auf dem RSB-Tag am 16.04.2011 in Dormagen protokollarisch festgehalten wurden. 

Im Nachfolgenden werden die Dinge aufgelistet, die zwischenzeitlich abgearbeitet wurden bzw. über die berichtet werden muss:

  1. J. Kassel wurde aufgefordert alle noch zurückgehaltenen Buchungsunterlagen aus dem Jahr 2011 an den RSB zurückzugeben.

  2. Dieser Vorgang ist abgeschlossen.

  3. J. Kassel wurde aufgefordert die auf seinen Namen festgelegten und zwischenzeitlich fälligen Gelder des RSB zurück zu überweisen.
    Der Rechtsanwalt von J. Kassel hat aufgrund von Kündigungsfristen und Auszahlungszeiten eine Rücküberweisung in Aussicht gestellt (siehe dazu Punkt 9).

  4. Die Zusammenarbeit mit dem Nachfolgebüro von J. Kassel ist aufgekündigt worden und ein neuer Vertrag vorerst bis zum 31.12.2012 mit der Fa. Bangert & College geschlossen worden.

    Nur zur Info:
    Zwischenzeitlich hat das Präsidium nicht nur ein anderes Steuerberatungsbüro engagiert, sondern die neue Schatzmeisterin und der Geschäftsführer erarbeiten einen auf die Vereinsbedürfnisse ausgerichteten neuen Kontenplan.

  5. Der Rechtsanwalt von J. Kassel hat die Zahlen im Bericht des TRB Wirtschaftsprüfers  in Frage gestellt und auf Rücküberweisungen seines Mandanten aufmerksam gemacht. Diese Hinweise werden zurzeit überprüft, damit auch aufgrund der jetzt vorliegenden Buchungsunterlagen aus 2011 ein abschließender Bericht erstellt werden kann.

  6. Der Vorgang hat eine Menge Wirbel bei den Zeitungen verursacht. Es wurde sehr umfangreich über diesen Vorgang berichtet, u. a. wurde in einigen Zeitungen auch darüber informiert, dass eine Strafanzeige gestellt worden ist.

    Ob die Vertrauensschadenversicherung jetzt noch eintritt, ist aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Anzeige fraglich.

  7. Der Geschäftsstelle und dem Präsidium werden in diesem Zusammenhang immer wieder Informationen zugespielt, dass das Präsidium und der Geschäftsführer in diese Angelegenheit verwickelt sind. Ja, der Geschäftsführer hat die Dinge aufgedeckt und ja, das Präsidium hat die weiteren Schritte eingeleitet und die Angelegenheit öffentlich gemacht.

  8. Das Präsidium und der Geschäftsführer verwahren sich gegen diese Unterstellungen und Gerüchte auf das Schärfste. Wir sind sehr daran interessiert den ganzen Sachverhalt aufzuklären und arbeiten natürlich aktiv an der Aufarbeitung des ganzen Sachverhaltes. Dies ist ein sehr mühseliges  Unterfangen.

  9. Personen, die solche Behauptungen und Unterstellungen in die Welt setzen, sollten sich vorher bei uns rückversichern ob diese Behauptungen auch haltbar sind. Wir stehen Ihnen gerne Rede und Antwort, damit alle Unklarheiten aus der Welt geschafft werden und offene Fragen geklärt werden.

  10. Erstes Ergebnis unserer Bemühungen ist der Eingang eines Teilbetrages in Höhe von 67.855,- € von der Kreissparkasse Köln.

Über den weiteren Fortgang des  Verfahrens werden wir berichten.



Autor: Burckhardt Knot
Datum: 17.05.2011

 

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