Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Umweltschutz im RSB

Umweltschutz beim Schützenfest
In den letzten Monaten mehren sich die Berichte über die Berücksichtig umweltrechtliche Aspekte bei behördlichen Genehmigungsverfahren anlässlich von Schützenfesten. Unter rechtlichen Aspekten ist dieses Vorgehen der Behörden korrekt. Es kommt allerdings manchmal zu sehr kurzfristig zu erfüllenden Auflagen.  Hier kann man vorbeugen und sich unter

informieren. Unter diesem Link findet man den weitgehend unbekannten

Leitfaden zur umweltgerechten Durchführung von Volksfesten und ähnlichen Traditionsveranstaltungen“ des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW vom 17.12.2009.

Der Leitfaden ist sehr nützlich als erste Information und beim Umgang mit Behörden. Für Schützenfeste gelten in NRW eine Reihe gesetzlicher Vorgaben z. B. für das Vogelschießen.  Auch bei den einzelnen Genehmigungsbehörden vor Ort  (i.d.R. die Kommune oder der Kreise) gibt es eine Vielzahl von Verordnungen, Erlassen, Verfügungen und Satzungshinweise welche zu diesem Thema greifen. Wichtig ist immer das entspr. Gespräch mit den Verantwortlichen um dieses Problem vorab einvernehmlich zu regeln.

Bei vielen Schützenfesten tritt der Verein nicht nur als Veranstalter auf, er ist gleichzeitig auch Betreiber z. B. von Imbissständern. Hier gilt auch für die Vereine die 5. Novelle der Verpackungsverordnung (seit 01.01.2009 in Kraft) z.B. beim Verkauf von Würstchen auf einem Pappteller im Schützenhaus. Die Sachlage sieht in diesem Fall vor, dass man als

"In-Verkehr-Bringer" eine Lizenz mit einem Teilnehmer des dualen Systems erwerben muss. Allerdings sind diese Regelungen für den gewerbliche Bereich bestimmt (Gastronomie, Caterer, ..). Hiervon ausgenommen sind nach der z. Zt. in der Erarbeitung befindlichen Handreichungen der LAG Abfall aber gemeinnützige Organisationen. Übersteigt allerdings der Umsatz in diesem Segment die steuerrechtliche Grenze des wirtschaftlichen Eigenbetriebes, so gilt die Verordnung wieder.
Informationen gibt es unter  https://www.ihk-ve-register.de/inhalt/verpack/index.jsp

Bleiproblematik
Einige Munitionshersteller haben ihre Bemühungen zur Entwicklung bleifreier Munition intensiviert. Für die jagdliche Verwendung sind erste respektable Ergebnisse aber auch Rückschläge bekannt geworden. Für den Schießsportbereich sind die Ergebnisse jedoch bisher unzulänglich. Die für die  Präzision notwendigen ballistischen Eigenschaften werden nicht erreicht.

Ich weise an dieser Stelle im Zusammenhang mit der Verwendung von bleihaltiger Munition jeglicher Art (auch LG- und LP- Munition) darauf hin, dass Betreiber von Schießanlagen verpflichtet sind auf die Gesundheitsgefahren von Blei hinzuweisen. Hier ist ein entspr. dokumentierter Hinweis z. B. auf der Jahreshauptversammlung notwendig. Auch Hinweise auf dem Schießstand z. B. auf das Händewaschen nach dem Training und vor dem Verzehr von Speisen und Getränken sind hier hilfreich und sinnvoll. Der Schutz der Bevölkerung und insbesondere der Kontakt mit Blei  ist  in  der  Umwelt-  und  Arbeitsmedizin  ein  wichtiges  Thema.  Dass  Schützen  bei  der Verwendung  von  bleihaltiger  Munition  durch  die  inhalative  Aufnahme  einer  erhöhten Bleibelastung ausgesetzt sind, ist durch Studien mehrfach belegt worden. Diese Thematik hat derzeit an Brisanz gewonnen, nachdem im Jahr 2009 die HBM-Werte für Blei bezüglich aller Personengruppen  ausgesetzt  worden  sind. Die von der BG vorgeschriebenen Warnhinweise sind bei gewerblich betriebenen Anlagen sowie bei in der Anlage beruflich arbeitenden Personen verpflichtend.             

Die für Schießanlagen geltenden Umweltbestimmungen werden seit einiger Zeit in einigen Regionen in Bayern im Zuge der turnusgemäßen Sicherheitsüberprüfungen parallel mit überprüft. Es bleibt abzuwarten, ob es sich um ein regionales Vorgehen im süddeutschen Raum handelt und bleibt.

Energie
Auch wenn die Zuschüsse und Beihilfen im energetischen Bereich z. T. in einigen Fördersegmenten   zurückgegangen sind bzw. völlig gestrichen wurden, gibt es auch jetzt noch die Möglichkeit finanzielle Unterstützung bei Sanierungen und Neu- bzw. Umbauten von Sportanlagen zu bekommen (Isoliermaßnahmen, Kleinst-KWK- Anlagen, Solaranlagen, …). Es ist allerdings deutlich komplizierter geworden diese Möglichkeiten zu erfahren. Hilfen bieten hier die Energie Agentur NRW sowie der LSB NRW.

In vielen Fällen lohnt es sich vor umfangreichen Bau- und/oder Sanierungsvorhaben Zeit in die Recherche zu investieren. Als Mitglieder des LSB haben die Vereine des RSB hier immer noch gute Möglichkeiten; z. Zt. hat aktuell die KfW ein Programm auch für Sportvereine aufgelegt um bei Baumaßnahmen z. B. bei der barrierefreien Gestaltung der Sportanlagen günstige Finanzierungen zu ermöglichen. 

KlimawandelDie Aktion „Schützenwald 2020“ ist im RSB nur schwach angelaufen. Ich habe in den vergangenen Monaten nur punktuell von Pflanzaktionen erfahren. Diesen aktiven Schützenschwestern und Schützenbrüdern und den Vereinen danke ich ausdrücklich für ihr vorbildliches und zukunftsweisendes Engagement. Leider kam eine geplante Aktion zum Wochenende der Schützenvereine aus Krankheitsgründen nicht zustande.  

In Anbetracht der aktuellen Erkenntnisse der Klimaforschung, den neuesten Prognosen und  Modellrechnungen  zu den Auswirkungen der Klimaentwicklung müssen unsere Anstrengungen jedoch noch sehr intensiviert werden. Forschungsprojekte haben nämlich in den vergangenen Monaten einen weitaus schnelleren Anstieg der Durchschnittstemperaturen sowie des Meeresspiegels zum Ergebnis gehabt.  Auf der Woche der Umwelt im Juni 2012 in Berlin hat Bundespräsident Joachim Gauck sich bereits sehr deutlich artikuliert: „Wir sind aufgefordert zeitnah zu handeln!“

Unterstützt wird er vom Generalsekretär des DOSB Michael Vesper:“ Auch der Sport trägt hier Verantwortung! Die Mitglieder an der Basis in unseren Vereinen müssen aktiv werden, nur von der Basis aus kann die Aktion gelingen!“  

Dank eines großzügigen Sponsors stehen dem RSB 2000,- € als Fördermittel für diese Aktion zur Verfügung. Ich bin gern bereit den Vereinen im RSB mit Informationen zu helfen, aktiv werden müssen aber die Mitglieder vor Ort. Bitte nutzen Sie die Möglichkeiten welche sich Ihnen dort bieten. Denken Sie auch an die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit. Hier können wir mit prägnanten Akzenten die gesellschaftliche Relevanz des Schützenwesens für alle Bevölkerungsgruppen verbessern. Denken Sie bitte auch an unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern und  Jugendlichen.                                                            

Weitere Informationen zum Thema Umweltschutz und Details zu den einzelnen Themen  können unter meiner Mail- Adresse  a.kottenstedde (at) web.de angefordert werden.

Arnold Kottenstedde
Umweltbeauftragter des RSB

 



Datum: 04.10.2012

 

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