Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Der 60. Rheinische Schützentag in Dormagen

Das Banner des RSB

Das Banner des RSB

Dieser 60. Rheinische Schützentag wurde vom 15. bis 17. April 2011 beim mitgliederstärksten Verein des Rheinischen Schützenbundes, dem Bürger-Schützen-Verein Dormagen, durchgeführt.

Bereits 1989, also vor 22 Jahren, war der BSV schon einmal Ausrichter eines Rheinischen Schützentages, nämlich des damaligen 38. Zum diesjährigen Schützentag hatte der Verein unter der Leitung seines 1. Vorsitzenden, Rolf Starke, und mit Hilfe des Arbeitskreises, über einen längeren Zeitraum hinweg - von der Organisation des Gesamtablaufs bis hin zu den Details - alles hervorragend geplant und damit einen reibungslosen Jubiläums-Schützentag vorbereitet und letztendlich auch perfekt durchgeführt. Selbst das Wetter stimmte an diesem Wochenende.

Was will das Schützenherz mehr? Und so hob Präsident Hachenberg dies auch besonders bei seiner sonntäglichen Abschlussrede hervor und bezeichnete diesen 60. Schützentag in Dormagen "als den bisher besten Schützentag". Kein Wunder, wurde doch nicht nur vier Jahre lang alles bestens vorbereitet, sondern sind doch auch rund 5.000 Dormagener Bürger Mitglied in einem der dortigen Schützenvereine und ebenso alle drei Bürgermeister, die auch bei den verschiedensten Veranstaltungen im Schützenrock antreten. Und letztendlich marschierten zum abschließenden Schützenumzug am Sonntag rund 3.000 Schützinnen und Schützen durch die Straßen Dormagens. Und man führte diesen Schützentag, nach Radevormwald und nach Essen, ebenfalls in einem Schützenzelt durch.

Dieser 60. Schützentag, im Vorfeld eigentlich auch etwas als Jubiläumsfest angedacht, wurde dann jedoch für den Rheinischen Schützenbund, sowohl für das Präsidium als auch für die Vereinsvertreter, bezüglich der kurz zuvor bekanntgewordenen Geschehnisse und den vor Ort dann näher geschilderten Unregelmäßigkeiten um die verbandseigenen Finanzen, zum vermutlich größten "Super-GAU" (in diesem Fall also zur Größten Anzunehmenden Unregelmäßigkeit) in der bisherigen Verbandsgeschichte.

Hierüber will und wird jedoch zunächst einmal das Präsidium nach Abklärung aller rechtlichen und versicherungsrechtlichen Angelegenheiten die Verbandsmitglieder selber informieren.

Gruppenfoto mit den beiden Bürgermeistern und dem Schirmherrn.

Gruppenfoto mit den beiden Bürgermeistern und dem Schirmherrn.

Der Freitag begann dann nach der vorangegangenen Präsidiumssitzung und der nachfolgenden Gesamtvorstandssitzung mit dem Empfang der Stadt Dormagen. Hier konnte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann in der Kulturhalle der Stadt ab 17.30 Uhr alle geladenen Gäste recht herzlich willkommen heißen.

Unter den vielen Gästen des Verbandes und des Vereins an diesem Abend auch der Schirmherr des 60. Rheinischen Schützentages, Hermann Gröhe, MdB und Generalsekretär des CDU Deutschlands, aber ebenso der 1. Bürgermeister der Stadt Essen, Rudolf Jelinek und auch der amtierende Landeskönig 2010/2011, Werner Meyer.
Wer alles an den verschiedenen Veranstaltungstagen als Gast vor Ort war, wird in der kommenden Ausgabe des RSB-Journals veröffentlicht.

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann, auch am Schützentag des Jahres 1989 erster Repräsentant dieser Stadt, war sich an diesem Abend sicher, die damalige Veranstaltung Toppen zu können. Man habe ein großartiges Zelt. Alle Ortsteile und Schützenbruderschaften ständen hinter dieser Veranstaltung und würden mitfeiern. Er stellte aber auch fest, dass alle, nicht nur die Dormagener, lange Zeit auf diesen Tag gewartet hätten. Es sei viel Arbeit investiert worden und die Dormagener Schützen hätten ein unglaublich großes Engagement bewiesen. Diese Veranstaltung sei etwas besonderes, daher freue man sich auf ein Wochenende mit phantastischen Höhepunkten. Zum Schluss übereichte er dem Vereinsvorsitzenden Rolf Starke und dem Geschäftsführer Uwe Heier - für den Verein und als Ausdruck seines besonderen Dankes - eine entsprechende Urkunde, verbunden mit einem Gutschein über 50 Liter Bier, und wünschte "Glückauf" zum 60. Rheinischen Schützentag.

Nach der Rede des Bürgermeisters gab es dann folgend auch eine kurze Ansprache von Präsident Hachenberg, der für die netten Begrüßungsworte und die Einladung in die Kulturhalle dankte und auch gerne an den Schützentag 1989 zurückdachte, an dem er damals noch als einfacher Schützenbruder teilgenommen habe. Mit den Worten: "Wir freuen uns, hier zu sein", stellte er dann fest, "dass hier Stadt und Schützen eins sind." Im Übrigen, so Hachenberg, sei Dormagen eine reine Schützenstadt, der wahre Traum eines jeden Vereins. Man werde sich bei aller Brisanz wohl fühlen in Dormagen. Er sei der festen Überzeugung, dass wir Schützen dieses Unangenehme auch gemeinsam bewältigen werden.

Die neue und die alte Landesmajestät.

Die neue und die alte Landesmajestät.

Und auch der diesjährige Schirmherr, Hermann Gröhe, war gerne gekommen, wie er mitteilte. So ein Schützentag sei ein besonderer Anlass. Er habe sich gefreut, als Rolf Starke auf ihn zugekommen sei, und ihn auf die Schirmherrschaft angesprochen habe. Es sei eine Ehre, Schirmherr eines Rheinischen Schützentages zu sein, insbesondere in einem Jubiläumsjahr, wenn man selbst fast 30 Jahre Mitglied in einem Schützenverein im benachbarten Neuss sei. Im Kreis Neuss fragt man einen Politiker nicht "marschierst Du mit?", sondern frage nur, wo man mitmarschiere." Im Übrigen sei der hiesige Bürgermeister sehr schützenbegeistert und außerdem Generalsekretär der Europäischen Gemeinschaft historischer Schützen (EGS)! Er freue sich auf das ausgearbeitete Programm.

Der Vereinsvorsitzende Rolf Starke bedankte sich folgend für die freundlichen Worte und sprach ein Dankeschön aus an die Stadt und hob hier insbesondere die tolle Zusammenarbeit mit den städtischen Bediensteten hervor. Aber sein Dank galt folgend natürlich auch den Mitstreitern im Verein. Bezüglich seiner Hinweise zum weiteren Programmverlauf freute er sich bereits besonders auf die anschließend folgende Ausstellungseröffnung in den Räumen der Sparkasse, der sein besonderer Dank ebenso galt wie den verschiedenen Sponsoren.

Aber auch Essens 1. Bürgermeister Jelinek dankte dem RSB für die gelungene Veranstaltung in Essen und überbrachte die besten Grüße und Wünsche der Stadt. Der Einladung nach Dormagen sei er sehr gerne gefolgt. Das RSB-Banner käme nun aus Essen zurück und würde gleich übergeben. Es habe zwölf Monate lang das Rathaus geschmückt. Im Jahre 1990 sei es im Übrigen umgekehrt gewesen, daher werde man sich nun revanchieren. Auch er wünschte dem 60. Rheinischen Schützentag einen guten Verlauf und allen ein schönes Wochenende.
Alle Reden werden in der kommenden Ausgabe des RSB-Journals veröffentlicht.

Nach einem Umtrunk traf man sich dann folgend um 19 Uhr zur Ausstellungseröffnung "Schützenwesen in Dormagen" in den Räumen der Dormagener Filiale der Sparkasse Neuss. Hier sprachen sowohl der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Neuss, Heinz Mölder, als auch folgend der Archivar dieser Schützenausstellung, Heinrich Krosch.

Mölder leitete seine Rede mit Hinweis zu einem Titel der Bläck Fööss ein, dem Schützenlied "150 Mann un en Fahn vüre drann", nicht ohne festzustellen, dass sich der BSV mit einer einzigen Fahne wohl nicht zufrieden geben würde. Er verwies auf die lange Tradition des Vereins und auf die zahlreichen Exponate, die die Dormagener Schützen im Verlaufe ihrer Geschichte gesammelt hätten. Diese Präsentation sei in mühevoller Kleinarbeit und viel persönlichem Engagement zusammengestellt worden. Hier dankte er besonders Rolf Starke und Heinrich Krosch. Im Übrigen sei man mit der Ausrichtung dieser Ausstellung auch Teil des 60. Rheinischen Schützentages. Die Sparkasse stehe schon seit langer Zeit den Schützen zur Seite. Man unterstütze sie und sei überzeugt davon, dass die Schützen für das kulturelle und soziale Angebot von großer Bedeutung seien. Die Schützen dieser Region verdienten Beachtung. Sie seien es, die Identität stifteten, Werte stärkten und den sozialen Zusammenhalt förderten.

Fahneneinmarsch.

Fahneneinmarsch.

Nachfolgend erläuterte Heinrich Krosch die verschiedensten Ausstellungsstücke aus der inzwischen 143-jährigen Geschichte des Dormagener Schützenvereins, wie historische Fahnen und Orden, einen Schellenbaum, die alte Königskette aus dem Jahre 1880 und vieles, vieles mehr.

Diese Ausstellung wird im Übrigen noch während der Geschäftszeiten der Sparkasse bis zum 2. Juli 2011 zu besichtigen sein.

Dann versammelten sich alle Ehrengäste vor dem Historischen Rathaus um dort zunächst die Übergabe des RSB-Banners mitzuerleben, um dann zum Abschluss gemeinsam zu ihren Ehren den Großen Zapfenstreich entgegenzunehmen.

Zunächst gab es aber den Aufmarsch des Schützenregiments des BSV Dormagen in Verbindung mit dem Tambourcorps Germania Dormagen und der Jägerkapelle Straberg sowie der Ehrenformation der Fahnen- und Fackelträger des BSV.

Folgend übergab eine Abordnung der Essener Schützen das RSB-Banner dann an die Fahnenabordnung des BSV Dormagens. Beide Bürgermeister sprachen einige Worte zur Übergabe des Banners. Zunächst der Vertreter Essens. Er betonte nochmals den wunderbaren Schützentag im vergangenen Jahr in Essen und wünschte den Dormagenern ebenfalls eine tolle Veranstaltung. Folgend dankte Dormagens Bürgermeister für die Übergabe des Banners an seine Stadt. "Wenn man so will, schließt sich der Kreis. Denn 1989, als der 38. Schützentag für den RSB, und der 1. für uns in Dormagen, hier stattfand, gab es anschließend, 1990, die Bannerübergabe an die Stadt Essen. Nun vergessen wir einfach mal die 20 Jahre dazwischen und wir holen uns das Banner nach Dormagen zurück."

Folgend wurde dann der Große Zapfenstreich abgehalten. Von dort aus marschierten dann alle Schützen und die Gäste gemeinsam ins nahe gelegene Festzelt auf dem Schützenplatz. Ein Festzelt der Superlative mit seinen rund 4.300 Quadratmetern, das im Übrigen an diesen drei Tagen aufgrund der verschiedensten Veranstaltungspunkte insgesamt fünfmal umbestuhlt werden musste, hatte nach Abzug aller auferlegten Sicherheitsanforderungen noch immer Platz für 2.500 Besucher!

Hier fand dann zum Abschluss des Freitagabends auch die Auftaktparty zum 60. Rheinischen Schützentag statt. Nicht nur für die große Schützenfamilie und ihren Gästen sondern auch für die Dormagener Bevölkerung. Hier spielte eintrittsfrei die Oldie- und Kölsch-Rockband "JUNE 79" zum Tanz auf.


Der Samstag mit dem Delegiertentag und dem Gala-Abend

Abstimmung.

Abstimmung.

Am Samstag dann die alljährliche Delegiertenversammlung. Bereits ab 8.30 Uhr konnten die Vereinsdelegierten und die verschiedensten stimmberechtigten Funktionäre ihre Stimmkarten in Empfang nehmen.

Um 10 Uhr eröffnete Präsident Harry Hachenberg dann die Delegiertentagung und übergab anschließend die Sitzungsleitung an den ausscheidenden Vizepräsidenten Helmut Schneider, der sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Über den gesamten Ablauf wurde wie immer ein Protokoll geführt, welches in der kommenden Ausgabe des RSB-Journals veröffentlicht wird.

Nach den Berichten der einzelnen Präsidiumsmitglieder, teils veröffentlicht im RSB-Journal 3/2011, verschiedentlich auch ergänzend mit weiteren Erläuterungen, gab es zunächst Informationen zu den aufgedeckten Unregelmäßigkeiten bezüglich der Verbandskasse. Vorgetragen durch den Präsidenten, wie folgend auch zur Jahresrechnung 2010, durch den Geschäftsführer und den Kassenprüfern. Auch der Haushaltsplan 2011 wurde vom Geschäftsführer erläutert. Hinweise zur Marketing gab es ferner vom Geschäftsführer der RSB-Marketing, Friedrich Hogrefe.

Die Präsidiumsmitglieder verzichteten dann aufgrund der Vorkommnisse von sich aus auf eine Entlastung, was von den Delegierten mit Applaus anerkannt wurde. Präsidiumsseitig will man nun zunächst alles aufklären und im Herbst dieses Jahres eine außerordentliche Delegiertenversammlung einberufen und die Vereine dann umfassend über das Ergebnis informieren.

Das neue ...

Das neue ...

Nach der Wahl eines Wahlausschusses, hier wurden Franz Breckerfeld für das Gebiet Nord, Rainer Limberger für das Gebiet Mitte (er wurde auch zum Wahlleiter bestimmt) und Karl-Heinz Pitton für das Gebiet Süd vorgeschlagen und dann gewählt, kam man dann zu den Teilwahlen im Präsidium.

Zunächst wählten die Delegierten Ulrich Müller zum neuen Vizepräsidenten (Nord). Der 54-Jährige ist auch Vorsitzender des Bezirks04 1. Er löste an diesem Tag Helmut Schneider, den bisherigen Amtsinhaber, nach dessen 14-jähriger Amtszeit ab.
Karl-Heinz van Eisern kandidierte erneut zum Vizepräsidenten (Mitte) und wurde von den Delegierten wiedergewählt. Der 73-Jährige übt seit 1990 das Amt des Vizepräsidenten Mitte aus.
Wegen Rücktritts des bisherigen Vizepräsidenten (Süd), Günther Bomm, musste für dieses Amt eine Nachwahl für die restliche Amtszeit bis 2013 erfolgen. Hierzu hatte im Vorfeld der Gesamtvorstand bereits Hans Krämer kommissarisch eingesetzt. Der 70-Jährige, der bereits von 1985 bis 2009 Vorsitzender des Bezirks 15 war, wurde er dann von den Delegierten für die restliche Wahlperiode von zwei Jahren gewählt.
Gewählt wurde an diesem Samstagvormittag mit Norbert Zimmermann auch ein neuer Landessportleiter, schied doch der bisher Amtsinhaber, Bernd Fronnert, nach nun 25-jähriger Tätigkeit aus diesem Amt aus. Der 51-Jährige war bisher stellvertretender Landesportleiter sowie Bezirkssportleiter 08 und Kreissportleiter 08 2.
Und für die restliche Amtszeit bis 2013 wählten die Delegierten dann mit Stephanie Zorn (30) eine neue kommissarische Schatzmeisterin.
In seinem Amt bestätigt wurde folgend auch der Landesjugendleiter Joachim Pesch.
Da der langjährige Kassenprüfer Norbert Dixius satzungsgemäß nicht wieder gewählt werden konnte, wurde auf Vorschlag dann Karl-Heinz Bechtel, Bernkastel-Kues, für den Bereich Süd, zum neuen Kassenprüfer gewählt.

... Präsidium.

... Präsidium.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war neben verschiedensten Satzungsänderungspunkten der Antrag auf eine Beitragserhöhung ab dem 1. Mai 2011. Dieser Antrag wurde nochmals vom Geschäftsführer begründet und dabei besonders darauf verwiesen, dass dieser Antrag in keinem Zusammenhang mit den Geschehnissen um die Verbandskasse stehe. Seine Erläuterungen bezogen sich hierbei u. a. auf den ständigen Mitgliederschwund in den letzten Jahren, auf die allgemeinen Kostensteigerungen, Erhöhung der Verbandsbeiträge zum DOSB und LSB aber auch neue Aufgabenstellungen des Verbandes.
Vom Gesamtvorstand vorgeschlagen war hierzu folgende Alternative: 1,-- €/Jahr für alle Mitglieder ab 18 Jahre ohne einen Sportpass bzw. 2,-- €/Jahr für alle Mitglieder ab 18 Jahre mit einem Sportpass sowie keine Beitragserhöhung für Schüler und Jugendliche bis 17 Jahre.
Nach Diskussion einigte man sich dann aber auf eine befristete Beitragserhöhung ab dem 1. Mai 2011 bis Ende 2013 in Höhe von 1,50 € für alle Mitglieder ab 18 Jahre.

Als abschließenden Punkt erfolgten dann die Einladungen zu den Schützentagen 2012 und 2013. Die Einladung zum ersten kleinen Schützentag 2012, der im Gebiet Nord, in Neuss stattfinden wird, sprachen Sabine Ley für den Breitensport sowie der Bezirksvorsitzende 04, Werner Jungblut, aus. Die Einladung für das Jahr 2013 überbrachte dann der Vereinsvorsitzende des ausrichtenden SV Wissen.

Geschäftsführer Knot gab folgend in einer persönlichen Erklärung bekannt, dass er mit Ablauf des 31.12.2011 aus dem Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers des Landesverbandes ausscheidet. Die Delegierten dankten ihm mit stehendem Applaus für seine Arbeit. Aber auch der Landessportleiter und der Vizepräsident Nord, Schneider, verabschiedeten sich von den Delegierten mit sehr persönlichen Worten.

Für die Gäste hatte der BSV Dormagen gleich zwei Alternativprogramme im Angebot. Zum einen am Vormittag die Besichtigung von Zons und Knechtssteden und zum anderen am Nachmittag mit dem Besuch des Chemparks Dormagen.

Eine Torte aus dem Süden für den scheidenden Landessportleiter.

Eine Torte aus dem Süden für den scheidenden Landessportleiter.

Abends dann der Gala-Abend mit dem Orchester Helmut Blödgen, den Bläck Fööss, dem Chor "Da Capo" und den Cheerleadern des 1. FC Köln. Am Anfang stand aber auch die Proklamation der neuen Landesmajestät. Hierzu waren die zehn besten TeilnehmerInnen aus dem vorangegangenen Landeskönigsschießens vom 27. März 2011 eingeladen worden. Und da die Ergebnisse noch nicht veröffentlicht worden waren, wurde nun die Rangfolge in umgekehrter Reihenfolge vom neuen Landessportleiter Norbert Zimmermann bekanntgegeben.
Die Landeskönigskette übergab der Landessportleiter dann vom bisherigen Landeskönig Werner Meyer an die neue Landeskönigin Christine Fuhr (Bezirk 15), die sich mit einem Teiler von 20,6 vor ihre beiden Mitkonkurrenten Herbert Reuscher (Bezirk 13/Teiler 21,6) bzw. Michael Wegner (Kreis 03 3/Teiler 21,8) setzen konnte.
Siehe hierzu auch die gesonderten Berichte auf unserer Homepage, so vom 19.4.2011 "Christine Fuhr ist unsere neue Landeskönigin" bzw. vom 5.4.2011 "Wer wird die 35. Landesmajestät?". Hier finden Sie auch alle Ergebnisse dazu.

Die 55-jährige Hausfrau ist gebürtige Idaerin und seit dem Jahre 2000, zusammen mit ihrem Ehemann Karl-Heinz, Mitglied des SV Idar-Oberstein. Sie schießt dort aktiv sowohl Luftgewehr freihand und KK-Liegend als auch das komplette Auflageprogramm. Das Ehepaar hat zwei erwachsene Söhne, die aber noch zu Hause wohnen. Im vergangenen Jahr wurde Christine Fuhr vom Idar-Obersteiner Stadtverband Sport zur Seniorensportlerin 2010 geehrt, sowohl in der Einzelwertung als auch mit der Mannschaft.
Wir wünschen ihr nun viel Erfolg beim Bundeskönigsschießen am 30. April 2011 in Neubrandenburg


Der Sonntag mit der Feierstunde und dem Festumzug

Beifall nach der Wahl.

Beifall nach der Wahl.

Am Sonntag wurde dann der Festakt um 9.30 Uhr mit dem Einmarsch des Bundesbanners und der Fahnenabordnungen der Vereine eröffnet. Für die musikalische Unterhaltung sorgte an diesem Tag der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Dormagen unter der Stableitung von Dieter Schreier.

Nach Eröffnung der Feierstunde und Begrüßung der Gäste durch Präsident Harry Hachenberg und dem anschließenden Totengedenken kam man dann zuerst zur Festansprache des Erzherzogs Karl von Habsburg, der sich zunächst für die Einladung zum 60. Schützentag recht herzlich bedankte und sich sehr freute, auch schon an der Abendveranstaltung des Vortages teilgenommen zu haben. Dieses ganze Wochenende zeige auf, wie lebendig unser Schützenwesen sei. Schütze zu sein, sei aber auch eine Frage der inneren Einstellung. Man müsse sich auch sein Umfeld anschauen, das hier in Europa ein christliches sei. Er ermahnte aber auch die Schützen, sich auf ihre Grundwerte zu besinnen. Die da sind: Hilfsbereitschaft, Grundsatztreue, Patriotismus und die Förderung der Jugend. Hierbei macht er aber auch den Unterschied zwischen Patrioten und Nationalisten deutlich: "Der Patriot liebt seine Heimat und denkt über Grenzen hinaus - der Nationalist denkt an die Nation und will Grenzen gegenüber dem Nachbarn ziehen." Seine Bitte daher an alle Schützen, dass es wichtig sei, sich für den Begriff des Patriotismus einzusetzen und hinauszutragen und mit Stolz zu verwenden. "Das ist es, was uns die Tradition mit Sicherheit auch vorschreibt."
Als Schirmherr der Europäischen Gemeinschaft der historischen Schützen sei es für ihn eine große Freude zu sehen, wie gut und wie großartig auf europäischer Ebene hier zusammengearbeitet werde. Dies könne aber nicht funktionieren, wenn dies nicht auch auf lokaler Ebene entsprechend funktioniere.

Daher übermittelte er auch einen ganz herzlichen Glückwunsch von Seiten der EGS zu diesem 60. Rheinischen Schützentag. Er wünschte dem Schützenbund, der soviel geleistet habe, der so fest in der Tradition stehe, weiterhin viel Erfolg.

Der Schirmherr und der Festredner.

Der Schirmherr und der Festredner.

Es folgte dann das Grußwort des Schirmherrn Hermann Gröhe. Dieser stellte zunächst fest, dass er gerne die Schirmherrschaft für den 60. Rheinischen Schützentag übernommen habe. Er habe sofort zugesagt, als ihn Rolf Starke, der Vereinsvorsitzende, schon vor längere Zeit gefragt habe, ob er dies übernehmen würde. Selbst marschiert Gröhe schon fast 30 Jahre im benachbarten Neuss bei den Schützenfesten mit. Präsident Hachenberg habe ja auch den Schützentag 1989, und damit die Gastfreundschaft der Dormagener im Schicksalsjahr der Deutschen und Europas, noch in guter Erinnerung. Und er sei ja nach Dormagen zurückgekehrt und habe angemerkt, dass dieser Schützentag nun getoppt worden sei.

Wen schützen die Schützen denn, habe seine Frage damals gelautet, als er zum ersten Mal vor Jahrzehnten mit seinen Eltern den Schützenzug in Neuss besucht habe. Die Antwort sei ihm nicht mehr erinnerlich. Aber heute, nach 30 Jahren des Mitmarschierens und politischem Engagements falle ihm die Antwort nicht schwer: Schützen schützen was unsere Heimat liebenswert macht, nicht alleine aber doch in ganz besonderer Weise.

"In einer immer bunter werdenden Gesellschaft bekennen Schützen kraftvoll Farbe. Im wahrsten Sinne des Wortes mit der Farbenpracht der Uniformen, Blumenhörner und Bannern. Aber doch eben auch im wichtigeren übertragenden Sinne, dem Bekenntnis zur Heimat, zur Wertevorstellung, zur Tradition, zur Weitergabe an kommende Generationen."
Es sei Eindrucksvoll zu erleben, wie drei oder vier Generationen einer Familie gemeinsam Schützenfest feierten.

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann resümierte, dass ein Schützentag solcher Größenordnung auch ein Geschenk für die Stadt sei. Eine solche Großveranstaltung mache Dormagen über die Grenzen hinweg bekannt. Im Übrigen freue er sich als begeisterter Schütze, dass er zweimal als Bürgermeister dieser Stadt einen Rheinischen Schützentag erleben durfte. Auch seine beiden Stellvertreter würde man heute im Schützenrock erleben können. Man sei in einer Schützenstadt. Von den 63.000 Dormagener Einwohnern seien mehr als 5.000 Mitglieder in einem Schützenverein. Und daher freue man sich, die Schützen in Dormagen als Gäste begrüßen zu dürfen.

Für den Deutschen Schützenbund sprach dann der 1. Vizepräsident Heinz-Helmut Fischer. Er überbrachte die besten Wünsche des Deutschen Schützenbundes. Man habe heute einen freudigen Anlass, der Rheinische Schützenbund feiere seinen 60. Rheinischen Schützentag und der Deutsche Schützenbund nun 150 Jahre und sei damit der älteste Deutsche Bundessportverband.

Ein Verband, seine Leistungen und sein Leben könne man mit Sicherheit nicht mit seiner Vergangenheit beurteilen. Es sei wohl interessant zu wissen, woher wir kommen und wie sich der Verband über 150 Jahre darstelle, wie sich das Leben im Verband abgespielt habe. Nur über seinen jetzigen Zustand sage ein Blick in die Vergangenheit nichts aus. Ein Verband, insbesondere der Deutsche Schützenbund, werde immer in der Gegenwart empfunden. Und von allen Beteiligten, der Öffentlichkeit und seinen Mitgliedern nach seinem jetzigen Erscheinungsbild eingestuft. Für die Entwicklung eines Verbandes sei es viel wichtiger, dass die Verbandsführung Ziele definiere, die erreicht werden sollen und mit denen sich die Mitglieder identifizieren könnten.

Er nannte dann als Beispiel zwei Ziele: Steigerung der Mitgliederzahlen und das Erringen von mehr Olympischen Medaillen. Hierzu müsse man in beiden Bereichen Veränderungen herbeiführen. Hierzu sei z. B. ein Arbeitskreis Mitgliedergewinnung eingesetzt worden. Ein weiterer Arbeitskreis überprüfe die bestehenden Strukturen auf Zeitmäßigkeit.

Wichtig sei aber, überhaupt Ziele zu haben. Eine gelungene Veränderung sei zum Beispiel der Ablauf der Bundesligawettkämpfe. Wer hätte diesen Wandel vorausgesehen? Die Vereine müssten sich daher den Veränderungen stellen. Bei allen Veränderungen solle man aber nicht die Geschichte des Deutschen Schützenwesens und die überlieferte Tradition und die Pflege des heimatlichen Brauchtums vergessen.

Es folgte dann das Grußwort des Bezirksvorsitzenden 04, Werner Jungblut. Der fragte sich zunächst einmal, was er denn nach dieser Rednerliste noch neues bringen könne? Man erwarte doch wohl von ihm nun nicht eine Philosophie über das Schützenwesen? Nein - aber als Bezirk 04 dürfe man stolz sein, den 60. Rheinischen Schützentag in den Bezirksgrenzen feiern zu dürfen. Und dies veranlasse ihn, allen Gästen ein herzliches Willkommen zuzurufen. Sowohl der Große Zapfenstreich als auch der Galaabend hätten gezeigt, dass man mit dem BSV Dormagen einen Ausrichter gefunden habe, der es Wert sei diesen Schützentag auszurichten.

Dieser Rheinische Schützentag sei eigentlich der Traum seines Vorgängers gewesen und diesen Traum dürfe er nun hier zu Ende leben und dafür sei er dankbar. Aber er hätte nicht nur sondern gleich zwei Träume gehabt. Denn im nächsten Jahr würde man auch den ersten kleinen Schützentag ausrichten, nämlich in Neuss.

Für die anwesenden Schützenverbände sprach letztlich dann Rainer Wickidal, Präsident unseres Brandenburgischen Partnerverbandes, auch in diesem Jahr wieder das Grußwort der anwesenden befreundeten Verbände und bedankte sich im Namen aller für die ergangene Gastfreundschaft.

Er ging dann auf die 20-jährige Partnerschaft zwischen dem Brandenburgischen Schützenbundes und dem Rheinischen Schützenbund ein. Hierfür bat er auch unseren Ehrenpräsidenten Friedel Hogrefe auf die Bühne. Folgend verwies er auf das Jahr 1991, als man vom damaligen Präsidenten Friedel Hogrefe in Nürnberg gefragt worden sei, eine Partnerschaft einzugehen.
Zum Gedenken daran hatte man nun eine Erinnerungsurkunde gefertigt, die Rainer Wickidal und sein Vize Engelbert Judek nun Friedel Hogrefe und Harry Hachenberg feierlich überreichten. Ebenso übergab er einige Exemplare der neu geschaffenen Brandenburgischen Chronik.

Alle Reden werden in der kommenden Ausgabe des RSB-Journals veröffentlicht.

Danach folgte dann die Ehrung der Welt-, Europa- und Deutschen Meister, soweit sie an diesem Tag anwesend sein konnten. Wer alles eingeladen war, findet man im RSB-Journal 3/2011 in der Ehrentafel auf den Seiten 13 bis 15 verzeichnet.

Im Anschluss hieran folgte dann die Ehrung der verdienten MitarbeiterInnen. Eingeladen und an diesem Tag geehrt wurden mit dem DSB-Ehrenkreuz in Silber: Dieter Buhse, Franz Breckerfeld, Hermann Rosenbaum, Heinz-Joachim Lappe, Detlef Kalteier und Franz-Josef Schlösser. Die goldene Medaille am grünen Band erhielten Helmut Hinterkausen, Sieglinde Buschmann, Dieter Brachmann, Peter Lonny und Karl-Heinz Pitton. Und das DSB-Ehrenkreuz in Gold wurde verliehen an Rainer Limberger und Hans-Werner Buschmann.

Mit der Ehrenmitgliedschaft des Rheinischen Schützenbundes ehrte man mit stehenden Ovationen zwei langjährige Präsidiumsmitglieder, nämlich Bernd Fronnert, der 25 Jahre Landessportleiter dieses Verbandes war, sowie Helmut Schneider, der 14 Jahre das Amt des Vizepräsidenten Nord bekleidete.

Nach 2010 ehrte die Landesdamenleitung zum zweiten Mal einige Schützenschwestern mit der im vergangenen Jahr neu geschaffenen RSB-Biene. Dies waren an diesem Sonntag Sara Schmidt und Hannelore Urbach.

Den Jukuhuhh-Wettbewerb gewann die St. Seb. SBr Offermannsheide vor der SG Bingen und dem SV Wissen. Und den Jugendförderpreis sicherte sich in diesem Jahr erneut der SV Im Grunde Marenbach gefolgt vom SV Wissen und dem SV Leuzbach-Bergenhausen.

Später gab es dann noch den Dank des Präsidenten, dieser erging an den Vereinsvorsitzenden Rolf Starke mit der Präsidentenmedaille sowie an die Vorstands- und Arbeitskreismitarbeiter Uwe Heier, Udo Bünz, Rainer Rau, Christian Krosch, Uli Millen und Udo Heinrichs, jeweils mit der großen goldenen Verdienstnadel des RSB. Die Gäste dankten ihnen allen mit einem großen Applaus und "Standing Ovations" für die eindrucksvolle Organisation dieses 60. Schützentages.

Nach der Einladung zum 61. Rheinischen Schützentag 2013 nach Wissen durch den Bürgermeister Michael Wagener und dem Schlusswort unseres Präsidenten, kam man dann zum Lied der Deutschen und folgend zum Ausmarsch des Bundesbanners und der Vereinsfahnen.

Mit dem abschließenden großen Festumzug durch die Innenstadt Dormagens, an dem rund 3.000 Schützinnen und Schützen sowie zahlreichen Musikkapellen teilnahmen, und dem wohl ganz Dormagen zuschaute, endete dann an diesem Sonntagnachmittag der 60. Rheinische Schützentag, der nicht nur einfach so war, wie die vielen vorangegangenen Schützentage.
Es war nicht nur der beste Schützentag, wie der Präsident zum Abschluss feststellend bekanntgab, sondern er war aufgrund der uns allen mitgeteilten Geschehnisse um die Verbandskasse sicherlich auch der denkwürdigste Schützentag in der bisherigen Geschichte unseres Verbandes. Auf eine umfassende und abschließende Aufklärung warten nun alle Mitglieder.

 

Letztlich ein großes Dankeschön an Dormagen: den Mitgliedern des Bürgerschützenvereins, der Stadt und dem Rat, der Bürgerschaft, aber auch den Sponsoren - für einen solchen tollen Schützentag, für die Gastfreundschaft, für das Flair und für die Organisation und das Programm.

 

Und mehr in der kommenden, nächsten Ausgabe des RSB-Journals.



Autor: Klaus Zündorf
Datum: 28.04.2011

 

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