Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

DSB-Jubiläumsfeierlichkeiten machen Zwischenstation in Köln

Anlässlich der diesjährigen Jubiläumsveranstaltungen des Deutschen Schützenbundes zu seinem 150-jährigen Bestehen wurde am ersten Septemberwochenende auch der Wiedergründung des Bundesverbandes nach dem Zweiten Weltkrieg vor 60 Jahren in Köln gedacht.

Und so trafen sich an diesem 4. September fast 1.500 Schützinnen und Schützen aus rund 100 Vereinen aus ganz Deutschland, auch mit Abordnungen einiger der 20 Landesverbände, und natürlich unter großer Beteiligung gerade unserer Mitlieder aus dem Rheinischen Schützenbund sowie zahlreichen Musikkapellen, Spielmanns- und Fanfarenzügen, Tambourcorps und Fahnenschwenkergruppen zu einer Festmesse im Kölner Dom und mit einem nachfolgenden Festumzug durch die Altstadt.

Vor dem Fahneneinzug in den Dom.
Vor dem Fahneneinzug in den Dom.

Das Pontifikalamt wurde an diesem Sonntagmittag durch den Weihbischof Dr. Heiner Koch, dem Bundespräses des BdHDS, zelebriert. Hierzu durften vorab die Verbands- und Vereinsfahnen mit in den Dom gebracht werden und beim Chorgestühl, bzw. die Landesverbandsfahnen im Altarbereich, Aufstellung nehmen.

Die Abfolge der Festmesse war genauestens vorgebend geplant und so zogen pünktlich um 11.45 Uhr zunächst die Fahnenabordnungen durch den Haupteingang des Doms ein. Dann um 12 Uhr folgte der Einzug der Priester und Messdiener hin zum Altar.

Während der Messe.
Während der Messe.

In der Predigt, die im Übrigen auch im Domradio live übertragen wurde, ging der Weihbischof auch auf das soziale Engagement und die Übernahme von Verantwortung unserer Schützinnen und Schützen ein. Hierzu griff er als Gleichnis auch auf den Ablauf eines kürzlich von ihm gesehenen Theaterstückes, nämlich des Dauer-Klavierspielers auf, und setzte dies in Verbindung mit den Höhen und Tiefen des Lebens, in Dur und in Moll, und Verglich dies in einem Rückgriff folgend mit der ersten Lesung aus dem Buch des Propheten Ezechiel.

Nach der Predigt hatte dann DSB-Vizepräsident Heinz-Helmut Fischer die Gelegenheit zu einem ganz kurzen Dankeswort des Bundesverbandes. Fischer bezeichnete unter Anderem den Festgottesdienst als einen weiteren bewegenden Höhepunkt dieses großen Jubiläumsjahres des Deutschen Schützenbundes. Er dankte seiner Exzellenz, dem Weihbischof, für das Pontifikalamt und dessen Verbundenheit mit den Schützinnen und Schützen unseres Verbandes. Er richtete auch die besten Grüße des aus persönlichen Gründen entschuldigten DSB-Präsidenten Josef Ambacher aus.

Sammeln auf dem Roncalliplatz.
Sammeln auf dem Roncalliplatz.

Nach dem eindrucksvollen Pontifikalamt folgte dann wieder der Auszug der Fahnenabordnungen. Folgend trafen sich dann alle Schützenabordnungen auf dem Roncalliplatz. Angetreten wurde in sechs Marschblöcken sowie den Abschluss bildenden BSV Dormagen.

Nachdem sich der Schützenzug in Bewegung gesetzt hatte, ging es mit klingendem Spiel quer durch die Altstadt Kölns. Nach etwas weniger als eine halben Stunde des Marschierens fanden sich die Schützinnen und Schützen dann wieder auf dem Roncalliplatz zur Schlussansprache ein.

Hier konnte dann DSB-Vizepräsident Heinz-Helmut Fischer zahlreiche Ehrengäste begrüßen. So das Ehrenmitglied des IOC und früheren Präsidenten des NOK, Walther Tröger, den Vizepräsidenten des ISSF, Gary Anderson, USA, und den Generalsekretär des ISSF, Franz Schreiber. Aber auch unseren Protektor, Carl Fürst zu Wied, RSB-Präsident Harry Hachenberg sowie den Hochmeister des BdHDS, Emanuel Prinz zu Salm-Salm konnte der 1. Vizepräsident des DSB, Heinz-Helmut Fischer willkommen heißen.

Aufstellung zum Abmarsch.
Aufstellung zum Abmarsch.

Folgend rief er auf dem Roncalliplatz allen Anwesenden ein herzliches Willkommen in der "Schützenstadt Köln" zu. "Gerade haben wir einen eindrucksvollen Schützenzug durch die Kölner Altstadt erlebt. Ich danke allen Schützinnen und Schützen herzlich für ihre Teilnahme", so Fischer stellvertretend für Präsident Josef Ambacher. Das Jahr 2011 sei im Übrigen ein ganz Besonderes in der langen Geschichte des Bundesverbandes. So habe man bereits an verschiedenen Stationen gebührend feiern dürfen. So in Wiesbaden, in Neubrandenburg und in Gotha, der Gründungsstätte im Jahre 1861. Und nun Köln, dem Ort der Wiedergründung im Jahre 1951. "Damit ist der Deutsche Schützenbund nicht nur einer der größten sondern auch der älteste Spitzensportverband unseres Landes."

Er erinnerte auch an die Landesverbände Thüringen und Westfalen, die gleichermaßen in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiern dürften.

Man sei hier zusammengekommen, um an die Wiedergründungsproklamation von 1951 zu erinnern. Kein geringerer als der damalige Bundespräsident, Prof. Dr. Theodor Heuss, habe hier vor 60 Jahren die Wiedergründung bekannt gegeben.

Abschließend dann: "Es macht mich besonders stolz, dass das Engagement der Schützinnen und Schützen unter dem Dach des Deutschen Schützenbundes schon immer weit über ihren Sport hinaus reicht."

Die Schlussansprache.
Die Schlussansprache.

Folgend sprach dann auch der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Guntram Schneider, ein Grußwort. Hierbei überbrachte er die Grüße der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Der Minister stellte dann fest, dass wir Schützen über eine lange Tradition verfügten, die in Deutschland bis hin ins Mittelalter reiche. Ältester Schützenverein sei hier die Karlsschützengilde Aachen. Wenn auch die Geschichte der Schützenvereine nicht immer ungetrübt gewesen sei, sei doch klar, dass ihre Vereinigungen das Ergebnis der bürgerlichen Revolution im 19. Jahrhundert gewesen sei. Die Schützen seien für republikanische Werte eingestanden und stünden heute für eine demokratische Tradition und bereicherten ungemein die Landschaft des Sports und des bürgerlichen Engagements.

Man habe aber auch in entsprechenden Behindertenprojekten hervorragendes geleistet und ebenso in der Integration.

Im Übrigen seien die deutschen Schützen im Leistungssport durch ihre vielen Medaillen und Titel stets ein Aushängeschild Deutschlands als Sportnation.

Und auch der Bürgermeister der Stadt Köln, Hans-Werner Bartsch, begrüßte die Teilnehmer des Festumzuges und überbrachte die besten Grüße des Oberbürgermeisters und des Rates und der Verwaltung der Stadt Köln und stellte fest, dass dieser Besuch etwas ganz besonderes sei. Im Übrigen, so der Hinweis, seien Schützentradition und Schützenwesen hier in Köln besonders groß. So verwies der Bürgermeister hierbei unter anderem auch auf das 19. Bundesschießen im Jahre 1930 unter der Beteiligung des damaligen Bürgermeisters Konrad Adenauer sowie der Wiedergründung des DSB 1951 in Köln. Sein abschließender Dank galt dem Stadtverband der Schützen in Köln.

Bei einem dann doch noch beginnenden Regenschauer forderte Vizepräsident Fischer dann alle teilnehmenden Schützinnen und Schützen dazu auf, doch folgend gemeinsam bei einem Glas Kölsch den ereignisreichen Tag zu beschließen und ausklingen zu lassen.

Dank und Auszeichnung

Bereits am Abend zuvor, anlässlich eines gemütlichen Beisammenseins mit allen Vertretern der anwesenden Landesverbände im Sion, bedankte sich Fischer unter anderem beim Bezirksvorsitzenden 08, Paul Hastrich, für dessen großes Engagement um dieses Jubiläumswochenende in Köln. Für diesen großartigen Einsatz erhielt er die goldene Präsidentenmedaille verliehen.

Und auch Engelbert Weber galt sein Dank, hatte der doch wertvolle Objekte vom 19. Bundesschießen im Jahre 1930 in Köln gestiftet, die folgend Museumsleiter und DSB-Archivar Stefan Grus mit Freude entgegen nahm.

Bleibt eigentlich nur noch der Dank an die Mitarbeiter der RSB-Geschäfststelle und den zahlreichen Helfern vor Ort für ihren engagierten Einsatz und die Unterstützung für diese großartige Jubiläums-Veranstaltung bei uns hier im Rheinland.

Seit kurzem können außerdem auch die verschiedenen DSB-seitig aufgelegten Broschüren zum 150-jährigen Gründungsjubiläum im praktischen PDF-Format von der Homepage des DSB heruntergeladen werden.

Einen vollständigen Bericht und weiteren Fotos finden Sie in der nächsten Ausgabe des RSB-Journals.


Autor: Klaus Zündorf
11.09.2011

 

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